Text-Bild-Ansicht Band 46

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Oxyde dieser Metalle aber Kali und Calcit; dergleichen Abänderungen können wir unseren Beifall nicht schenken, denn wenn sie von verschiedenen Schriftstellern oft vorgenommen würden, so müßte es in kurzer Zeit dahin kommen, daß die Gelehrten sich gegenseitig nicht mehr verstünden. Ungeachtet des sehr vollständigen Inhaltsverzeichnisses ist zu wünschen, daß dieser Grundriß mit einem gut bearbeiteten Register versehen wird, weil viele Bemerkungen im Texte sowohl, als in den Anmerkungen an Stellen zerstreut sind, wo man sie nicht leicht auffinden kann.

Grundriß der Pharmacie. Ein Hand- und Lehrbuch für Aerzte, Apotheker und Wundärzte, von Dr. Caj. Georg Kaiser, ord. öffentl. Professor der Naturgeschichte und Chemie an dem königl. Lyceum, und der Arzeneimittellehre an der königl. chirurg. Schule zu Landshut. 8. Landshut 1832. Verlag der Krüll'schen Universitäts-Buchhandlung. Mit 2 Tafeln.


Obwohl vorliegendes Werk, streng genommen, nicht in den Bereich unseres Journales gehört, so können wir doch nicht umhin auch unserer Seils das Publikum auf dasselbe aufmerksam zu machen. Man wird uns um so mehr entschuldigen, als uns die gute Aufnahme, deren es sich beinahe allgemein erfreute, und die große Verbreitung, die es bereits erhielt, in den Stand sezt, uns bei dessen Anzeige ziemlich kurz zu fassen. Der Hr. Verf., seit vielen Jahren im Felde der Chemie, Pharmacie und Naturgeschichte rühmlich arbeitend, wurde vor mehreren Jahren auch mit dem Lehrfache der sogenannten Vorbereitungslehre an der chirurgischen Schule zu Landshut beauftragt. Seine Aufgabe war hierbei die Schüler der Chirurgie mit Allem bekannt zu machen, was aus der Physik, Chemie, Naturgeschichte, Pharmacie und Materia medica für sie zu wissen nöthig und nüzlich ist. Der gänzliche Mangel eines diesem Behufe entsprechenden Hand- oder Lehrbuches, welches mit der gehörigen Vollständigkeit auch die größte Kürze vereinen mußte, veranlaßte den Hrn. Verf. zur Bekanntmachung des Lehrplanes und des Leitfadens, den er bei seinen Vorlesungen befolgte. Wenn es schon äußerst schwierig war, die Essenz aller der angegebenen Wissenschaften in einem fortlaufenden, nicht mit Wiederholungen überladenen, und leicht faßlichen Ganzen vorzutragen, so war es doch noch schwieriger einem solchen, zunächst für die Zöglinge der chirurgischen Schulen bestimmten Werke eine solche Ausdehnung zu geben, daß es auch angehende Aerzte und Pharmaceuten mit Vortheil zu ihrer Ausbildung benuzen können. Auch diesem Zweke war der Verfasser so glüklich so nahe als möglich zu kommen. Der Chirurg wird in dem Handbuche des Hrn. Prof. Kaiser Alles finden, was er aus oben genannten Wissenschaften zu wissen braucht; der angehende Arzt wird mehr daraus lernen, als aus den meisten Pharmacopöen, und aus manchen Arzneimittellehren, und der Pharmaceut wird dadurch in den Stand gesezt werden, der ihm nöthigen, weiteren Ausbildung in den höheren Zweigen seines Faches die zwekmäßigste Richtung zu geben: er wird daraus sehr viel praktisch Nüzliches schöpfen können, nur wünschen wir, daß er sich an das halte, was ihn direct angehe, und sich durch die für Aerzte und Chirurgen bestimmten Gebrauchs-Anweisungen der einzelnen Mittel nicht zu ärztlichen Pfuschereien, die leider so häufig in den Apotheken getrieben werden, verleiten lasse. Wir halten es nicht für nöthig in die Details einzugehen, und bemerken schließlich nur noch, daß uns der in dem ganzen Werke befolgte Plan eben so zwekmäßig zu seyn scheint, als die Darstellung der einzelnen Gegenstände im Allgemeinen als gelungen gelten dürfte.

Plagiate.


Seit einiger Zeit sind in der Verlagshandlung von Gottfried Basse in Quedlinburg und Leipzig über mehrere einzelne Gewerbe Schriften erschienen, welche nichts Anderes als ein Zusammendruk aller über diese Gewerbe in den sämmtlichen Bänden des polytechnischen Journales enthaltenen Abhandlungen sammt den Anmerkungen des Uebersezers und Herausgebers (!) sind. Wir wollen davon nur zwei anführen:

Der praktische Feuer- und Ofenbaumeister. Oder gründliche Anweisung, alle Arten von Feuerungsanlagen und Oefen, als: Stubenöfen, Sparöfen,