Text-Bild-Ansicht Band 46

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leisten vermag, gaben, wie sich erwarten ließ, sehr verschiedene Resultate. In den meisten Fällen trug das Eisen 80,000 Pfd. auf den Quadratzoll; in keinem Falle trug es, wenn das Material fehlerfrei war, weniger als 60,000 Pfunde, so daß man folglich 60,000 Pfd. als den mittleren Durchschnitt annehmen kann. Nach Tredgold soll man, was früher schon Emerson empfahl, kein Material mit einer größeren Last, als mit dem dritten oder besser noch mit dem vierten Theile des Gewichtes, bei welchem dasselbe zum Bruche kommt, belasten. Es wird allgemein angenommen, daß, abgesehen von der Unterbrechung, welche die Pfeiler der Brüken in der Strömung und für die Schifffahrt hervorbringen, eine nach dem Principe der Hängebrüken gebaute Brüke nur halb so viel Eisen fordert, als eine gewöhnliche Brüke. Bei den Versuchen, welche im J. 1824 in Rußland angestellt wurden, um die Zähigkeit des Eisens auszumitteln, ergab sich, daß das beste Eisen 26 Tonnen per Quadratzoll trug, ohne zu brechen, während schlechtes Eisen schon bei einer Last von 14 Tonnen per Quadratzoll nachgab. (Aus dem Repertory of Patent-Inventions. October 1832, S. 234.)

Ueber das Bersten von Wasserleitungsröhren.

Die Einwohner von Newington Butts wurden kürzlich durch das Bersten einer Hauptwasserleitungsröhre in große Angst versezt. Die Explosion, welche der Kirche gegenüber Statt fand, erfolgte nämlich mit solcher Gewalt, daß das Pflaster rings in der Nähe herum aufgerissen, und daß ein Stein von nicht weniger als 6 Pfund Schwere einen Stok hoch in das Fenster eines benachbarten Hauses, in welchem mehrere Personen beim Thee versammelt waren, geschleudert wurde. Eine Menge kleinerer Steine wurde noch viel weiter geworfen, und das Wasser selbst wurde eine Zeit lang mit außerordentlicher Heftigkeit bis über die Giebel der höchsten Häuser emporgeschleudert. (Galignani's Messenger. N. 5487.)

Ueber eine neue Maschine zum Schneiden von Farbhölzern.

Ein Hr. Merrit Hurd zu Augusta in New-York erhielt am 22. Julius 1852 ein Patent auf eine Maschine zum Schneiden von Farbhölzern, von welcher das Register of Arts Sept. 1832, S. 255 folgende kurze Beschreibung gibt. Die Maschine besteht aus einem sogenannten Cylinder, der aber in Wirklichkeit ein Kegelsegment ist, da er bei einer Länge von 8 Zollen an dem einen Ende 6, an dem anderen hingegen 10 Zoll im Durchmesser hat. Dieser Kegel besteht aus Gußeisen von 5/8 Zoll Dike, und ist an dem dünneren Ende mit einem Boden versehen. Durch ihn geht eine horizontale Welle, an der er sich umdreht. Ein Längenausschnitt, welcher der Mündung eines Hobels vollkommen ähnlich ist, dient zur Aufnahme des Schneid-Instrumentes, welches aus Eisen oder Stahl besteht. Die Späne gelangen durch diesen Ausschnitt in das Innere des Kegels und fallen dann an dem offenen Ende desselben heraus. Das Holz, welches geschnitten werden soll, wird auf eine zwekmäßige Weise festgehalten. Ein an der Welle befindlicher, belasteter Arm dient als Flugrad, um dem Schneid-Instrumente ein größeres Bewegungsmoment zu geben. – Wir sehen nach dieser Beschreibung nicht ein, in wiefern diese Maschine vor den gewöhnlichen Maschinen, deren man sich zu demselben Zweke bedient, einen Vorzug haben kann.

Eine sonderbare Methode gekrümmte Mauern wieder gerade zu machen.

Hr. Arnott erzählt in seiner Physik folgende originelle Methode, welche in England zu diesem Zwek angewendet wurde. An einem neuen Gebäude, sagt Hr. Arnott, hatten sich die Wände unter der Last des schweren Daches so gekrümmt, daß man über die Dauerhaftigkeit derselben in Angst gerieth. Man machte verschiedene Versuche, um sie wieder senkrecht zu machen, allein alle Kräfte, die man anwendete, waren fruchtlos, bis endlich Jemand auf die Idee kam, die Eigenschaft des Eisens sich beim Abkühlen zusammenzuziehen, hiezu zu benuzen. Man zog mehrere Eisenstangen durch die beiden Mauern, und schraubte dann an deren aus den Mauern hervorstehenden Enden bis dicht an die Fläche der Wände große