Text-Bild-Ansicht Band 50

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ohne Nuzen seyn, und bei der Demonstration der Harzelektricität in der Physik ist sie gewiß zwekmäßiger, als eine Stange rothes Siegellak, deren man sich gewöhnlich bedient.

XIII. Untersuchungen über die Kleie und über die Schale des Getreides. Von Hrn. Herpin.

Aus dem Journal des conaissances usuelles. August 1833, S. 98; September, S. 160.

Das Brod ist unstreitig eines unserer gesündesten, nahrhaftesten und wohlfeilsten Nahrungsmittel. Der Mensch hat daher auch, von Natur aus dazu bestimmt, seine Nahrung unter den zahllosen vegetabilischen und animalischen Producten der Erde zu suchen, den Samen der Getreidearten, und vorzüglich dem Weizen, seit undenklichen Zeiten und in allen Theilen der Erde vor allen übrigen den Vorzug gegeben, und sie zur Basis seiner Nahrung gewählt und bestimmt. Deßhalb ist auch der Getreidebau der Hauptgegenstand unserer Landwirthschaft und die reichste Quelle des Reichthumes und der Wohlfahrt der Staaten.

Da wir die Getreidesamen nicht wohl in dem Zustande genießen können, in welchem uns die Natur dieselben darbietet, so hat es der Mensch durch Verstand und Industrie dahin gebracht, den mehligen und nährenden Bestandtheil aus denselben auszuziehen, und ihn in ein eben so angenehmes als gesundes Nahrungsmittel, in Brod, umzuwandeln.

Nichts, sagt Edlin in seiner Kunst Brod zu baken, scheint auf den ersten Blik leichter, als das Getreide zu mahlen, aus dem Mehle mit Wasser einen Teig anzumachen, und diesen Teig in einem Ofen zu baken. Jene Classe von Leuten, die nur daran gewöhnt sind, die Vortheile, die wir von den schönsten Erfindungen ziehen, zu genießen, ohne die Mühe und das Nachsinnen zu berüksichtigen, die es kostete, um diese Erfindungen auf einigen Grad von Vollkommenheit zu bringen, diese Leute halten alle derlei Operationen für gemein und trivial.

Ehe man es so weit gebracht hatte, ein gutes Brod zu bereiten, ließ man das Getreide in Wasser kochen, um dann klebrige Kuchen daraus zu formen, die eben so widerlich schmekend, als schwer verdaulich waren. Später zerquetschte man das Getreide mit Steinen; dieß führte zum Zerstoßen desselben in Mörsern, und endlich zur Erfindung von Handmühlen und anderen Maschinen, mittelst welcher man das Getreide zu mahlen und das Mehl aus demselben