Text-Bild-Ansicht Band 50

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mehr Lohn erhalte, als der englische, und daß besonders die sogenannten Stükler daselbst sehr theuer bezahlt würden, indem sich ein solcher in Amerika wöchentlich 2 3/4 Dollars verdiene.

Hr. Hugh Shanks, Baumwollspinner von Glasgow, erklärte, daß der niedrigste Lohn, den man in Nord-Amerika dem Spinner für 1000 Strähne No. 20 zahlt, 6 Shill. 2 1/2 D. (3 fl. 43 1/2 kr.) ist, während man in England gewöhnlich nur 4 Shill. 2 D. (2 fl. 30 kr.) dafür bezahlt. Uebrigens stehen die amerikanischen Waaren nach seiner Meinung weit unter den englischen, indem er ein Stük baumwollenen Halstuchzeug, welches er zu Glasgow für 10 Shill. (30 kr.) haben kann, in Pleasant-Valley für 3 Shill. (1 fl. 48 kr.) zahlen mußte; ein Paar Soken, welches in Amerika 18 Den. (54 kr.) gilt, kostet in Glasgow nur 8 Den. (24 kr.)

Vergleicht man die englischen Aussagen mit den amerikanischen, so wird man auch hier wieder den kalt berechnenden und weit hinaus seine Vortheile erwägenden Sinn des amerikanischen Fabrikanten und Kaufmannes erbliken. Der Amerikaner verwendet die Kinder beinahe noch länger, als der Engländer; allein er dringt, obschon er augenbliklichen Nachtheil dadurch erfährt, auf den periodischen Schulbesuch der Kinder, um auf diese Weise später ein Mal gebildetere und mehr moralische Arbeiter zu erhalten. Der englische Fabrikant, nur seinen augenbliklichen Gewinn im Auge habend, kümmert sich in der Regel gar nicht um den Schulbesuch der Kinder, ja er hält sie eher davon zurük!

Man wird übrigens finden, daß sich die Angaben der englischen Baumwollspinner in mehreren Hinsichten widersprechen, und daß sie nur darin mit einander übereinstimmen, daß in Amerika bisher mehr grobes Fabrikat erzeugt wird, als feines; ob dieß absichtlich geschieht, oder wegen der Unvollkommenheit der Maschinen, ist nicht gehörig constatirt.

XV.  Miszellen.

Einiges über Hrn. Heaton's Dampfwagen.

Hr. Baddeley gibt im Mechanics' Magazine, No. 523 folgende weitere Notizen über den Dampfzugkarren der Brüder Heaton zu Birmingham, über welchen wir erst kürzlich Einiges mittheilten. Am 4. August machte Hr. Heaton nämlich, nachdem die gebrochene Welle ausgebessert worden, eine Probefahrt in dem hügeligsten Theile der Umgebung von Birmingham, und zwar zum Theil auf guten macadamisirten Straßen, zum Theil auf gepflasterten Wegen, und zum Theil auf frisch beschütteten Straßen. Ein kleiner steiler Hügel mit einem Gefälle von 4 Fuß in 6 war von lezter Art. Der Wagen überwand alle diese Schwierigkeiten, und fuhr auf den guten ebenen Straßen im Durchschnitte mit