Text-Bild-Ansicht Band 50

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frischer Butter, und gibt ihn dann an die wärmste Stelle der Käsekammer.

Von der Käsekammer.

Während der 7 ersten Tage wird der Käse täglich leicht gekrazt und mit frischer Butter befettet. Dann läßt man in der Mitte einer jeden Seite des Käses einen kreisförmigen Raum von 4 bis 5 Zoll im Durchmesser, welchen man nicht krazt. Die Käse werden übrigens täglich umgekehrt, und im Sommer täglich drei Mal, im Winter hingegen nur zwei Mal gekrazt. Bei diesen Vorsichtsmaßregeln läßt sich's leicht verhindern, daß sich die Kruste der Käse in der warmen Kammer erhebe. Die Käsekammern befinden sich gewöhnlich über den Stallungen, damit in denselben jener mäßige Grad von Wärme unterhalten werde, der zum Reisen des Käses so wesentlich nothwendig ist. Die beste Dachbekleidung für eine solche Kammer ist Stroh, welches am wärmsten hält. Ehe man die Käse in die Kammer bringt, muß auf dem Boden eine gute Schichte Stroh oder besser noch Grummet ausgebreitet werden, weil die Knoten des Strohes leicht Eindrüke in der Rinde der Käse erzeugen.

XLVII. Neue verbesserte Methode den Talg aus verschiedenen fettigen Substanzen zu bereiten, und ihn zum Behufe der Fabrikation von Kerzen und zu anderen Zweken zu reinigen, worauf sich Charles Watt, Chirurg von Clapham, Grafschaft Surrey, am 27. September 1832 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. October 1833, S. 130.

Die Erfindung des Hrn. Watt besteht darin, daß er rohes Fett, Talg, Schmer, oder andere fettige Substanzen mit Wasser auskocht, welches eine schwache Auflösung von äzendem Alkali, es mag dieß einfach oder mit etwas Ammonium verbunden seyn, enthält, indem er während des Kochens geringe Mengen dieser alkalischen Auflösung zusezt, und dabei die Verseifung sorgfältig vermeidet. Wenn der Talg hierdurch von jenen thierischen Substanzen befreit worden, welche Gallerte, Eiweiß, Faserstoff und Färbestoff enthalten, läßt er ihn sich sezen, um ihn hierauf mit siedendem Wasser, dem eine geringe Quantität Säure zugesezt worden, zu behandeln, und bei einer gelinden, am besten durch Dampf erzeugten