Text-Bild-Ansicht Band 50

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zurükkehrte.“ Wie weit ist die Verkehrtheit des Geschmakes gediehen, wenn man den erhabenen griechischen Styl dem erkünstelten und haarzöpfigen Style zu Zeiten Ludwigs XVI. nachsezen kann!

Gläserne Ziegel.

Hr. Dorlodot, Glasfabrikant zu Auzin, verfertigt gegenwärtig sehr feste und dabei doch durchsichtige Ziegel aus Glas, welche sich ganz vorzüglich in jenen Fällen zur Dachbekleidung eignen sollen, in welchen man das Licht von Oben einfallen lassen will. Hr. Bernard, ein berühmter Baumeister in derselben Gegend, benuzt dieselben bereits zum Deken von solchen Treppenhäusern, welche im Inneren der Gebäude gelegen sind, und denen man daher oft nur mit Mühe von der Seite genug Licht zu schaffen im Stande ist. Hr. Dorlodot hat seine Methode diese Ziegel zu bereiten, welche in einigen Punkten neu seyn soll, nicht patentiren lassen. (Le Temps, No. 1468.)

Ueber den chinesischen Seidenhandel.

Der Handel, welchen China an einigen westlichen Küstenländern Amerika's und besonders zu San Jago mit seinen Seidenwaaren treibt, hat in einem solchen Grade zugenommen, daß er den europäischen Fabriken in Bezug auf ihren Absaz nach diesen Gegenden gegründete Besorgnisse einzuflößen anfängt. Eine äußerst große Ladung Seidenwaaren, welche nach neueren Berichten von Canton aus zu San Jago ankam, hat daselbst weit schnelleren und besseren Absaz gefunden, als sich sonst die europäischen Seidenwaaren desselben erfreuen, und dieser glükliche Erfolg hat bereits zu größeren Speculationen von Seite der Chineser Anlaß gegeben. Die Güte der chinesischen Seidenwaaren, die Schönheit und Frische ihrer Farben und die Billigkeit ihrer Preise sind Dinge, die sich nicht in Abrede stellen lassen. Die lezten chinesischen Sendungen enthielten Waaren, welche man bisher noch nie aus den chinesischen Fabriken zum Vorscheine kommen sah, wie z.B. sehr schöne Sammtarten und Levantine, und die Chineser sollen sich, wie die Kaufleute zu San Jago versicherten, erboten haben, jedes Muster, das man ihnen geben würde, nachzumachen. Es bleibt daher den europäischen Fabrikanten, wenn sie mir diesen neuen Rivalen Concurrenz halten und nicht nach und nach alle Märkte an der westlich amerikanischen Küste verlieren wollen, nichts Anderes übrig, als ihre Producte zu vervollkommnen, für schönere Farben zu sorgen, deren Preise zu ermäßigen, und den Nachahmungssinn der Asiaten durch ihren unerschöpflichen Erfindungsgeist zu Schanden zu machen. Man hofft übrigens in England einen bedeutenden Aufschwung der Seidenfabriken, wenn das Monopol der ostindischen Compagnie mit dem Jahre 1834 ihr Ende erreicht haben wird. Im Jahre 1852 wurden nämlich nicht weniger als 14,970 Ballen Seide aus Indien nach England gebracht, und davon alle, mit Ausnahme von 1482 Ballen durch die Schiffe der ostindischen Compagnie! (Times)

Ueber die außerordentliche Feinheit der Spizenfaden.

Einer der merkwürdigsten Gegenstände bei der lezten Industrie-Ausstellung in dem gewerbfleißigen Valenciennes war die Sammlung superfeinen Spizengarnes, welche Hr. Lepers von Valenciennes vorlegte. Ein Muster dieses Garnes war das feinste, welches man bisher noch je gesehen hatte, und erregte die Bewunderung aller englischen Kaufleute, die auf alle mögliche Weise bemüht sind, diesen Industriezweig ganz in ihr Land zu verpflanzen, was ihnen jedoch kaum gelingen dürfte. Ein Kilogramm von diesem außerordentlich feinen Garne kostete nicht weniger als 6400 Franken, und war nicht weniger als 728,960 Meter lang! Wenn man bedenkt, daß oft in einem ganzen Bündel Flachs kaum ein Paar Fasern zu finden sind, die sich zu einem so feinen Gespinnste eignen, so wird man sich nicht über diesen hohen Preis wundern. Der Faden dieses Garnes hatte seiner Feinheit ungeachtet so viel Festigkeit, daß er sehr gut abgehaspelt und zur Spizenfabrikation verwendet werden konnte. (Aus dem Echo de la frontière.)