Text-Bild-Ansicht Band 50

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Dampfschifffahrt in Neu-Holland.

Den lezten Nachrichten aus Neu-Holland zu Folge hat sich nun auch zu Sydney eine Dampfschiffahrts-Gesellschaft gebildet, welche zuerst zwischen Sydney und Paramatta ein Dampfboth fahren lassen will, um dann im Falle des günstigen Erfolges die Dampfschifffahrt weiter über Neu-Holland zu verbreiten. – Auch die litterarischen Leistungen jener südlichen Gegenden haben kürzlich einen neuen Zuwachs erhalten, denn es erscheint gegenwärtig auf Van Diemens Land monatlich ein Journal, welches den Titel The Hobart-Town Monthly Magazine führt, und welches sehr schäzbare Aufsäze enthalten soll. (Mechanics' Magazine No. 534.)

De Connincks Differentiometer für Seeschiffe.

Die Corvette Heroine hat kürzlich zu Cherbourg in Gegenwart einer Commission mehrere Versuche mit dem neuen Differentiometer des Herrn de Conninck, von der dänischen Marine, angestellt, welche sehr zu Gunsten dieses Instrumentes ausgefallen sind und demnächst wiederholt werden sollen. Das Instrument zeigt alle Unterschiede an, welche vom Vordertheile gegen das Hintertheil in den Wassertrachten der Schiffe eintreten können. Es wird in eine beliebige mit dem Kiele des Schiffes parallel lausende Fläche gebracht, und besteht aus zwei mit Queksilber gefüllten Nivellirwagen. Das Queksilber dringt nämlich bei der leichtesten Bewegung, die es erhält, in größerer Menge in jene Röhre ein, welche den am tiefsten getauchten Theil des Schiffes vorstellt, treibt den Weingeist aus ihr in verhältnißmäßig graduirte Röhren, und deutet auf diese Weise die Unterschiede an. Das Schlingern oder die abwechselnden Bewegungen des Schiffes auf die rechte und auf die linke Seite haben nicht den geringsten Einfluß auf dieses Instrument, welches sich bloß gegen die Bewegungen des Kieles nach seiner Längenrichtung empfindlich zeigt. – Alle Seefahrer wissen, daß die Schiffe an manchen Tagen unter anscheinend ganz gleichen Umständen weit besser segeln, als an anderen. Dieser Umstand, den die Matrosen gewöhnlich den Caprizen des Schiffes oder überirdischen Ursachen zuschreiben, hat seinen Grund wahrscheinlich nur in gewissen Verschiedenheiten, für welche die bisherigen Differentiometer nicht empfindlich waren. Mit Hülfe des Conninck'schen Instrumentes sind die Schiffscapitäne im Stande jene Wassertracht auszumitteln, die dem Laufe ihrer Schiffe unter gewissen Verhältnissen am zuträglichsten ist. (Aus dem Recueil industriel. Aug. 1833. S. 200.)

Ueber den Beschlag der Seeschiffe mit Blei.

Man hat zu Portsmouth neuerdings wieder Versuche mit dem Beschlage der Seeschiffe mit Blei angestellt, und ein altes, entmastetes Schiff von 28 Kanonen mit Bleiplatten statt mit Kupferplatten beschlagen, und diese Platten mit eisernen Nägeln befestigt. Der Versuch fiel aber ungünstig aus; denn das Salzwasser hatte die eisernen Nägel bald so angegriffen und zerfressen, daß die Bleiplatten an vielen Stellen abfielen, und daß kein Zweifel ist, daß ein auf diese Weise beschlagenes Schiff, wenn es kreuzen müßte, in ein Paar Monaten seinen ganzen Beschlag verloren haben würde. Hatte man, ehe man diesen Versuch anstellte, die früheren Berichte und Versuche über diesen Gegenstand nachgelesen, so hätte man sich die Kosten desselben ersparen können; denn man würde gefunden haben, daß schon unter Karl dem Ersten Versuche angestellt wurden, welche bewiesen, daß sich der bleierne Beschlag durchaus nicht für Seeschiffe eigne. (Mechanics' Magazine No. 534.)

Ferrier's Tag- und Nacht-Telegraph.

Die in Frankreich gewöhnlich gebräuchlichen Telegraphen haben drei Arme, welche im Zustande der Ruhe die Form eines T haben. Neuerlich hat jedoch Hr. Ferrier einen anderen Telegraphen in Anwendung gebracht, der bloß zwei Arme hat, welche nicht unmittelbar mit einander in Berührung stehen, sondern in einer Entfernung von 10 Fuß an zwei senkrechten Stangen befestigt sind.