Text-Bild-Ansicht Band 50

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stellt, denn als eine Person, deren Interesse jenem der Arbeiter feindselig gegenübersteht. Es gibt daher auch keine solchen Streitigleiten zwischen den amerikanischen Meistern und ihren Arbeitern, wie dieselben in England zwischen den Arbeitern und ihren Brodherren bestehen.

Fr. Gibt es in Amerika keine Verbindungen zur Aufrechterhaltung des großen Lohnes? – A. Nein, wenigstens nicht unter den Arbeitern der Baumwollwaaren-Fabriken.

Fr. Gibt es keine Geseze gegen solche Verbindungen? – A. Nein.

Fr. Welchem Umstande möchte wohl dieser Stand der Dinge in Bezug auf die amerikanischen Arbeiter zuzuschreiben seyn? – A. Bloß ihrer besseren Erziehung, ihrer größeren Moralität und ihrer größeren Mäßigkeit.

Fr. Haben Sie ein National-Erziehungssystem? – A. Wir haben öffentliche Schulen, welche zum Theil auf Staatskosten, zum Theil durch Stiftungen unterhalten werden. Alle Kinder haben die Erlaubniß, denselben beiwohnen zu dürfen.

Fr. Und gehen die Kinder in den Fabrikstaaten denn auch wirklich in die Schule? – A. Im Allgemeinen besuchen sie dieselben fleißig, und ich glaube sogar, daß der Unterricht in allen Staaten Neu-Englands allgemeiner verbreitet ist, als in irgend einer anderen mir bekannten Gegend.

Fr. Was halten die Fabrikanten und die wohlhabenden Leute in Amerika überhaupt von diesen Schulen? – A. Die Erfahrung lehrte sie, daß sie von der größten Wichtigkeit für die Wohlfahrt des Landes sind, und daher wird ihr Gedeihen auch von den Staatsbehörden und allen Leuten von Einfluß begünstigt.

Fr. Auf welche Weise erhalten die Kinder, die in den Fabriken verwendet werden, ihre Erziehung? – A. Die Fabrikanten sorgen mit aller Aufmerksamkeit dafür, daß sich die Kinder 2 bis 3 Monate im Jahre von den Fabriken entfernen, um während dieser Zeit die Schulen zu besuchen. Sie überzeugen die Aeltern von der Nothwendigkeit, ihre Kinder zur Schule zu schiken, obschon der Schulbesuch der Kinder dem Fabrikanten augenblikliche Nachtheile bringt.

Fr. Erhöht dieser Nachtheil, der dem Fabrikanten daraus erwächst, daß die Kinder zum Schulbesuche angehalten werden, die Kosten der Produktion? – A. Ich glaube nicht, daß er auf die Kosten der Production selbst einen Einfluß hat. Der ganze Nachtheil dürfte darin bestehen, daß der Fabrikant sich um andere Arbeiter umsehen muß, – eine Mühe, die doch gewiß durch den Vortheil, den eine bessere Erziehung der Arbeiter gewährt, hinreichend aufgewogen wird.

Fr. Welcher Art ist der Unterricht, den die Kinder erhalten? –