Text-Bild-Ansicht Band 51

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Ueber die Bereitung von Potasche aus dem Heidekornstroh.

Wir haben schon oft darauf aufmerksam gemacht, daß eine große Menge Potasche erzeugt, und eine große Holzverwüstung erspart werden könnte, wenn man die Masse von Vegetabilien, welche man unbenuzt absterben und verwesen läßt, auf Potasche verwenden würde. Zu diesen Pflanzen gehört nun vorzüglich auch das Heidekorn oder der Buchweizen, der in manchen Gegenden häufig gebaut wird, der sehr reich an Potasche ist, und dessen ausgedroschene Stiele nicht selten nicht ein Mal als Streue gehörig verwendet werden können. Der Recueil industriel, October 1833, S. 80, empfiehlt daher den Oekonomen das ausgedroschene Heidekornstroh auf einer eben geschlagenen Fläche des Bodens einzuäschern; die abgekühlte Asche in Fässern aufzubewahren, bis man einen gehörigen Vorrath davon gesammelt hat, die gesammelte Asche endlich zu einer Zeit, zu welcher der Landmann wenig beschäftigt ist, auszulaugen, und die Lauge dann bis zur Trokenheit einzudampfen. Die trokene Masse, die man dadurch erhält, braucht dann nur mehr einige Stunden lang in einem Ofen roth geglüht zu werden, um die schönste und reinste Potasche zu liefern. Ein mit Heidekorn bebautes Jauchert oder Tagwerk Landes gibt auf diese Weise wenigstens 7 Kilogramme Potasche, und diese Quantität ist (in Frankreich wenigstens) hinreichend, um die Kosten des Erntens, Dreschens und Reinigens des Heidekornes, so wie auch die Kosten der Potaschebereitung reichlich abzubezahlen.

Ueber die Nährkraft verschiedener Arten von Viehfutter.

Hr. Biot hat sich in seiner Abhandlung über die optischen Kennzeichen des Trauben- und Rohrzukers, die sich im Polyt. Journale Bd. XLIX. S. 36 findet, auf die Versuche bezogen, welche der berühmte Agronon, Hr. v. Dombasles, über die Nährkraft verschiedener Arten von Viehfutter anstellte, und in den Annales de Roville bekannt machte. Wir finden uns daher veranlaßt zur Ergänzung dieses Aufsazes, und als Nachtrag zu einer in demselben Bande des Polyt. Journ. S. 77 enthaltenen Notiz folgenden Auszug aus diesen interessanten Versuchen aus der Bibliothèque universelle mitzutheilen. Hr. v. Dombasles theilte eine Heerde von 49 Schafen in 7 Abtheilungen, jede zu 7 Stüken, und zwar so, daß das Gesammtgewicht aller dieser Abtheilungen einander beinahe vollkommen gleich war, und für jede einzelne 436 Pfd. betrug. Jeder Abtheilung wurde das Futter in gleichen Quantitäten vorgewogen, und jede wurde während der fünfwöchentlichen Dauer des Versuches wöchentlich ein Mal gewogen. Die der Prüfung unterworfenen Futtersorten waren: 1) Trokener Luzernerklee. 2) Oehlkuchen aus Leinsamen. 3) Hafer und Gerste. 4) Rohe Kartoffeln. 5) Gekochte Kartoffeln. 6) Runkelrüben. 7) Gelbe Rüben. – Der trokene Luzernerklee wurde bei der Schäzung als Einheit angenommen. Eine der 7 Abtheilungen wurde bloß mit trokenem Luzernerklee gefüttert; die 6 übrigen erhielten halb so viel Klee, während die andere Hälfte der Ration aus einer solchen Quantität der angeführten Futterarten bestand, wie sie einem sorgfältigen Wägen gemäß nöthig war, um jede Abtheilung der Schafe auf gleichem Gesundheitszustande zu erhalten. Die Quantität Wasser, welche jede Abtheilung trank, wurde mittelst eines geaichten Troges gemessen. Hr. v. Dombasles schloß aus seinen Versuchen, deren Resultate aus folgenden Tabellen hervorgehen, daß die Ration für ein Schaf wöchentlich 15 oder für den Tag etwas über 2 Pfd. trokenen Luzernerklee beträgt.

Textabbildung Bd. 51, S. 77