Text-Bild-Ansicht Band 51

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Lefebvre's Kitt, Ciment petrosiliceux genannt.

Hr. Lefebvre ließ sich vor 10 Jahren ein Patent auf eine angeblich von ihm erfundene Art von Kitt geben, der er den Namen Ciment petrosiliceux beilegte, und welche sich der Angabe des Erfinders gemäß nicht nur statt des gewöhnlichen Kittes, des Gypses, Kalkes etc. mit Vortheil gebrauchen läßt, sondern der sich auch zur Fabrikation von Ziegeln und Bodenplatten eignet. Man erfährt nun nach Ablauf des Patentes Folgendes über die Bereitung dieses Kittes:

Man nimmt gepülverte Quadersteine (pierres des carrières) 100 Kil.
Sand 100 –
Bleizuker 24 –
Leinöhl 18 –

Diese Ingredienzien werden innig mit einander vermengt, so daß sie ein sehr feines, fettes Pulver bilden, womit man alle Gegenstände bedeken und überziehen kann, die man dauerhafter machen will. Man kann auch Ziegel und Platten für Fußboden daraus bilden, indem man die Masse nur in gehörigen Modeln zu formen braucht. Eben so lassen sich sehr schöne und dauerhafte Terrassen, Statuen, Stiegen, Bassins u. dergl. daraus formen. Ueberzieht man Mauern mit diesem Kitte, so wird das Feuchtwerden derselben und die Bildung von Salpeter sowohl außen, als im Inneren verhindert. Der Kitt eignet sich ferner zum Ausbessern oder Zusammenkitten von Quadersteinen, die durch irgend einen Zufall zersprangen; er wird hierbei eben so hart, wie diese Steine selbst, und bildet mit denselben eine Masse, wenigstens behauptet dieß Hr. Lefebvre. (Aus den Annales de la Société polytechnique, No. 9.)

Analyse des römischen Cementes oder Kittes von Vassy.

Man hat zu Vassy bei Avallon, Dept. de l'Yonne, ein Kalklager entdekt, welches in allen seinen Eigenschaften dem besten römischen Cemente gleichkommt. Es besteht der Analyse eines erfahrenen Chemikers gemäß in 100 Theilen aus:

Kohlensaurem Kalke 63,8
Bittererde 1,5
Eisenoxyd 11,6
Kieselerde 14
Thonerde 5,7
Wasser und organischen Stoffen 3,4
––––––
100,0

(Annales de la Société polytechnique, No. 7)

Levol's Leim für die Malerei mit Wasserfarben.

Der Leim, welchen Hr. Levol besonders zur Malerei mit Wasserfarben empfahl, und der sich seiner Versicherung nach sehr lange hält, wird auf folgende Weise bereitet. Man nimmt beiläufig 16 Theile Schnizel weiß gegerbter Felle und 11 Theile Pergamentschnizel, kocht beide einzeln in so viel Wasser, als nöthig ist, damit sie eine ziemlich feste Gallerte bilden, seiht beide Absüde einzeln durch ein Sieb in ein eigenes Gefäß, und zieht sie, nachdem sie sich gehörig gesezt, klar in ein Gefäß ad, in welchem man sie innig mit einander vermengt, um sie dann aus diesem Gefäße in andere Gefäße zu gießen, in denen man sie fest werden läßt. Man kann diesem Leime auch Alaun oder Sauerkleesalz zusezen; da die Säuren demselben jedoch nur eine künstliche oder scheinbare Stärke mittheilen, so kann man dieß auch unterlassen. Eben so verhält es sich auch mit der Schierlings- und der wilden Artischokenwurzel, deren man sich bedienen kann, um den Leim schneller zu klären. Hr. Levol besaß ein Patent auf seinen Leim, welches jedoch jezt verfallen ist. (Aus den Annales de la Société polytechnique, No. 10.)

Ueber den Einfluß der Farbe auf die Absorption des Wärmestoffes und verschiedener Gerüche.

Hr. James Stark, Md. von Edinburgh, hielt am 20. Junius 1833 vor der Royal Society einen Vortrag über den Einfluß der Farbe auf die Absorption