Text-Bild-Ansicht Band 51

Bild:
<< vorherige Seite

versucht, die Unruhe und ihre Feder aus Gold und Silber statt aus Stahl zu verfertigen; allein auch dieß genügte noch nicht, und die HH. Arnold und Dent kamen daher nach einer sorgfältigen Untersuchung der Theorie und des Baues der Chronometer zu dem Schlusse, daß zur Erreichung einer vollkommenen Genauigkeit die gänzliche Entfernung von allen für den Magnetismus empfindlichen Körpern, und folglich von allen metallischen Substanzen aus diesen Theilen des Mechanismus unumgänglich nothwendig sey. Dieß brachte sie auf die Idee gläserne Federn zu verfertigen und anzuwenden, und die Versuche, die sie in dieser Hinsicht unternahmen, fielen so günstig aus, daß sie hoffen, die metallenen Federn an den Chronometern werden bald gänzlich durch die gläsernen verdrängt werden. (Aus dem Gentleman's Diary im Mechanics' Magazine, No. 537.)

Hrn. Essea's Sciagraphicon.

Hr. Alfred Essex hat ein neues Spielwerkzeug erfunden, welches wie die bekannten und äußerst zierlichen optischen Zauberscheiben gleichfalls auf einer optischen Täuschung beruht, und dem er den Namen Sciagraphicon beilegte. Es besteht, wie das Repertory of Patent-Inventions Januar 1834, S. 56 sagt, aus der Zeichnung eines Schlosses, welches, wenn man es nicht von dem gehörigen Gesichtspunkte aus betrachtet, ganz verdreht, und weder in Hinsicht aus Form, noch in Hinsicht auf Dimensionen richtig gezeichnet zu seyn scheint; so wie man dasselbe hingegen durch eine kleine Oeffnung, die so angebracht ist, daß das Auge eine gewisse Stellung gegen die verschiedenen Theile erhält, betrachtet, so sieht man statt der horizontalen Zeichnung ein aufrecht stehendes und gleichsam erhabenes schloßartiges Gebäude von sehr substantiösem Aussehen. Die Thürme scheinen senkrecht auf der Fläche, auf der die Zeichnung angebracht ist, zu stehen, und die Täuschung ist so vollendet, als nur immer möglich.

Verbesserte Methode den Waid zuzubereiten.

Die HH. Georg Bommer, Helmstetter und Rieger erhielten vor einigen Jahren in Frankreich ein Patent auf eine verbesserte Methode den Waid zuzubereiten, welches so eben abgelaufen ist. Das Verfahren, wornach sie in ihrer in vollem Gange befindlichen Fabrik arbeiten, ist folgendes. Die Waidblätter werden zuerst auf einer gewöhnlichen Waidmühle gemahlen, dann in Ballen geformt und mit den Händen ausgepreßt. Diese ausgepreßten Ballen läßt man 5 bis 6 Tage lang an der Luft troknen und gähren; in die ausgepreßte Flüssigkeit hingegen, welche man in Fässer oder Kufen bringt, gibt man gelöschten Kalk und Urin von Menschen, und zwar in einem solchen Verhältnisse, daß auf jeden Hectoliter Saft ein Schäffel Kalk und 4 Liter Urin kommen. Ist dieß geschehen, so zermalmt man in diesem Gemenge aus Waidsaft, gelöschtem Kalke und Urin die ausgepreßten und getrokneten Waidballen, so zwar, daß auf 25 Kilogr. oder 50 Pfd. Waidballen 2 Liter Composition kommen. Man erhält auf diese Weise einen Teig, aus welchem man Kugeln formt, die man der Luft aussezt, um sie troknen zu lassen. Sie werden dabei hart, und nehmen je nach der Güte der angewendeten Waidblätter eine mehr oder minder ausgesprochene Farbe an. (Aus den Annales de la Société polytechnique, No. 9)

Ueber die Benuzung der Weintrestern zur Viehmastung.

Wenn man, sagt ein Correspondent des Journal des connaissances usuelles, ein Schaf schnell mästen will, so braucht man ihm innerhalb eines Monates nur so viel Weintrestern zu fressen zu geben, als man von 112 Liter Wein erhält. Wer daher hundert Mal 112 Liter Wein gekeltert hat, kann sehr leicht 100 Schafe mästen. Man füttert die Schafe Morgens, ehe sie auf die Weide gehen, und Abends, wenn sie heimkommen, mit diesen Trestern, die sie dem besten Heue vorziehen. Anfangs soll man ihnen jedoch keine zu große Quantität davon zu fressen geben, damit man sie allmählich an den aus den Trestern emporsteigenden Dampf gewöhnt. – Reife Trauben mit Kleien gemengt sind eines der besten Mittel, um Schafe, Hornvieh und Pferde schnell fett zu machen; wenn man täglich