Text-Bild-Ansicht Band 51

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brachte ich Kupferspäne in eine Flasche, füllte sie mit frisch bereiteter schwefeliger Säure und verschloß sie luftdicht. Nach fünf bis sechs Monaten hatte sich das Kupfer in eine braune Substanz verwandelt, die sich bei der Untersuchung als Schwefelkupfer zu erkennen gab; die Flüssigkeit hatte eine blaue Farbe angenommen und roch kaum nach schwefeliger Säure.

Diese Thatsachen veranlaßten mich auch zu untersuchen, ob bei der Einwirkung erhizter Schwefelsäure auf das Kupfer derselbe Proceß Statt findet. Ich erinnerte mich, daß man ein Mal an der École de medicine die wasserfreie schwefelige Säure mit Kupfer und Schwefelsäure bereitete und daß der Rükstand bräunlich war. Um zu erfahren, ob sich Schwefelkupfer gebildet hatte, kochte ich nun concentrirte Schwefelsäure mit Kupferspänen und behandelte den Rükstand mit Wasser, um das schwefelsaure Kupfer aufzulösen: es blieb eine braune, mit metallischem Kupfer vermengte Substanz zurük, welche ich leicht von diesem abscheiden konnte. Mit Salpetersäure auf die angegebene Weise behandelt, hinterließ sie Schwefel.

Nach diesen Resultaten muß man annehmen, daß die Wirkung der Säuren auf die Metalle in der Kälte noch nicht gehörig untersucht wurde und aus den schönen Arbeiten des Hrn. Becquerel läßt sich leicht schließen, daß diese Reaction, welche elektrischer Natur ist, nach der Temperatur, der Dauer der Berührung, der Zertheilung der Metalle und der Concentration der Säuren verschieden seyn muß.

LXIV. Bericht des Hrn. Vicomte Héricart de Thury über Hrn. Douault- Wieland's Verfahren mit gefärbtem Glase und Krystall-Glase abzumodeln und zu gießen.

Im Auszuge aus dem Bulletin de la Société d'encouragement. October 1833, S. 354.

Hr. Doualts-Wieland zu Paris, passage Dauphine, ist in Frankreich sowohl als im Auslande schon seit langer Zeit wegen seiner künstlichen Steine und Edelsteine, und wegen seiner schönen gefärbten Krystall- und anderen Gläser, für die ihm schon bei mehreren Industrieausstellungen die ehrenvollsten Belohnungen und Auszeichnungen zu Theil wurden, rühmlich bekannt. Nicht ohne Interesse wird man aber hören, daß sich derselbe schon früher als Ciselirer und Bildhauer auszeichnete, und daß wir ihm einige höchst vollendete Kunstwerke verdanken, unter denen wir nur der herrlichen aus Elfenbein gearbeiteten Büste des Königs von Rom erwähnen wollen, die er dem Kaiser Napoleon zugleich mit einem schönen Modelle