Text-Bild-Ansicht Band 51

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Ledoyen, ein sehr weißes Pflaster von sehr guter Qualität mit einer Glätte darzustellen, die, ehe sie mit Schwefelsäure gereinigt worden war, nur eine weiche und grauliche plastische Masse lieferte; übrigens wird der Gewichtsverlust, welchen die deutsche Glätte durch Behandlung mir Schwefelsäure erleidet, durch ihren niedrigeren Preis ziemlich ausgeglichen.50)

LXX. Ueber die Roßkastanie, und die Producte, die sich aus derselben gewinnen lassen. Von Hrn. Vergnaud-Romagnesi.

Im Auszuge aus dem Recueil industriel. November 1833.

Nach den vielen fruchtlosen Versuchen, die bereits angestellt wurden, um zu ermitteln, auf welche Weise sich von dem Roßkastanienbaume gehöriger Nuzen ziehen läßt, ist es keine kleine Aufgabe, neuerdings mit einer Empfehlung dieses Baumes aufzutreten. Nur der Ausspruch Parmentier's, der da sagte, daß er, so viel er sich auch mit der Frucht der Roßkastanie abgab, doch noch Vieles hierüber zu thun übrig ließ, konnte mich bewegen, diesen Gegenstand neuerdings zur Sprache zu bringen; und ich hoffe, daß die von mir angestellten Versuche zu einem besseren Resultate führen dürften.

Man hat gegen die Kultur des Roßkastanienbaumes hauptsächlich drei Einwendungen gemacht, und diese sind: die Unbrauchbarkeit seines Holzes, das frühzeitige Abfallen seiner Blatter, und die Nuzlosigkeit seiner Früchte, die wegen ihrer Bitterkeit weder von Menschen, noch von Thieren genossen werden können. Wir wollen diese Einwürfe beleuchten.

Was das Holz der Roßkastanie betrifft, so ist es zwar zart und schwammig, allein es eignet sich dennoch zu allen den Zweken, zu welchen man die sogenannten welchen oder weißen Hölzer, wie z.B. das Linden-, Platanen-, Tannen-, Pappelholz etc. verwendet. Es dauert sogar, wenn es gegen Feuchtigkeit geschüzt ist, länger, als manche dieser Holzarten, und wird nur selten von den Würmen

50)

Die HH. Boutron-Chalard und Pelouze bemerken in einem Nachtrage zu dieser Abhandlung, daß die Methode des Hrn. Ledoyen sich zwar sehr gut zur qualitativen, keineswegs aber zur quantitativen Untersuchung der Bleiglätte eignet. Sie haben auch Pflaster mit deutscher Glatte bereitet, welche zuvor mit verdünnter Schwefelsäure gereinigt worden war, und sich überzeugt, daß sich die Schwefelsäure zwar sehr gut eignet, um mit unreiner Glatte weiße Pflaster darzustellen, daß sie aber durchaus keinen Einfluß auf die Consistenz dieser Pflaster zu haben scheint.