Text-Bild-Ansicht Band 51

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Ich bereitete also einen Leim, der hauptsächlich aus Roßkastanien Sazmehl und seinem Waschwasser besteht, und verfertigte damit ein autographisches Abdrukpapier, welches eben so durchsichtig ist, als das schönste Papier dieser Art. Dieses Papier übertragt vollkommen gut die Tinte löst sich leicht und gänzlich davon ab, und hängt sich so fest an den Stein, daß man diesen unmittelbar nach der Uebertragung ab waschen kann. Das Papier rutscht nie auf dem Steine, wie groß auch der Grad des Drukes seyn mag; es läßt sich sehr lange aufbewahren, und Verdikt nur dann, wenn der Aufbewahrungsort sehr feucht ist Sollte man dieser Methode autographisches Papier zu verfertigen, wie ich nicht zweifle, Beifall schenken, so werde ich später eine ausführliche Abhandlung übel die Dosen, in welchen man die einzelnen Substanzen dabei anzuwenden hat, so wie über die ganze Bereitungsart bekannt machen. Hier mag es genügen diesen Gegenstand in Anregung gebracht zu haben.

Ich bemerke am Schlüsse dieses Aufsazes nur noch, daß Vauquelin, der die Knospen der Roßkastanien analysirte, eine grünlich gelbe, harzartige, und in ihren Eigenschaften den fetten Oehlen nahe kommende Substanz aus denselben auszog. Ich verschaffte nur eine ziemlich große Menge dieser Knospen, und überzeugte mich, daß sich deren Ueberzug ziemlich leicht in heißem Alkohol auflöst, und daß sich diese Substanz wahrscheinlich zur Bereitung eines Firnisses benuzen ließe, der sehr wenig Neigung hätte, Sprunge zu bekommen.

LXXI. Ueber die Vorsichtsmaßregeln, welche die Behörden zu befolgen haben, damit die Arbeiter beim Reinigen von Brunnen, Cisternen, Ausgüssen, Schwindgruben, beim Graben von Brunnen etc. nicht verunglüken. Von Hrn A. Chevallier, Mitglied der konigl. Akademie der Medicin und Sanitätsrath.52)

52)

Gegenwärtiger Aufsaz des Hrn. Chevallier enthält zwar weitere neue Beobachtungen, noch auch neue Rathschlage, allein in Fällen, wo das Alte und Bekannte zum Nachtheile Aller und zum Verderben Einzelner gerade von denjenigen ganz vergessen oder gar nicht gekannt zu seyn scheint, in deren Beruf und Pflicht es liegt dem Uebel zu steuern, scheint es uns Pflicht das Alte wieder ins Gedächtniß zu bringen. Wir legen daher jenen Behörden, die mit der Aufrechthaltung