Text-Bild-Ansicht Band 51

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Ueber eine verbesserte Methode Orseille zu bereiten.

Hr. Gibbert Bourget, einer der ersten Orseillefabrikanten Frankreichs, über dessen Fabrikationsmethode wir bereits früher Mehreres mitgetheilt haben, arbeitet gegenwärtig hauptsächlich nach folgender verbesserten Methode. Er nimmt 50 Kilogr. gepülverte und mehrmal in Wasser gereinigte Flechte, und weicht sie in 100 Kilogr. Seinewasser ein. Nach achttägigem Maceriren sezt er dann 100 Kilogr. Ammonium von 22° zu, und rührt die Masse zwei Monate lang täglich Abends und Morgens um. Nach Ablauf dieser Zeit ist das Fabrikat fertig, und man erhält nach diesem Verfahren eine schöne amaranthrothe Orseille, die an Schönheit der Farbe der Cochenille nicht nachsteht, und welche überdieß den Säuren auch besser widersteht, als die gewöhnliche mit Wein bereitete Orseille. Sie unterscheidet sich sehr vortheilhaft von der englischen Orseille, welche mit reinem Ammonium bereitet wird, und welche eine blaue oder violette Farbe besizt, die durch Umwandlung in Roth mittelst Sauren bedeutend an Glanz verliert. Bei dem neuen Verfahren, wodurch das Wasser mit einer ähnlichen Menge Ammonium versezt wird, wie sie in dem gefaulten Weine enthalten ist, fallen mehrere jener Unannehmlichkeiten weg, die sonst durch die Nebenbestandtheile des Weines veranlaßt werden. Die ganze Fabrikation wird dadurch viel einfacher, und in ihren Resultaten und Producten weit sicherer. Man kann nun überall in allen Klimaten und bei jeder Temperatur Orseille bereiten, wenn man sich die dazu nöthige Flechte verschafft, und der Fabrikant hat nicht mehr zu fürchten, daß die Güte seines Fabrikates von solchen Zufälligkeiten, wie von der Beschaffenheit, dem Alter und der Menge des Weines, der Lebhaftigkeit der Gährung, der Temperatur des Locales etc. beeinträchtigt wird. (Aus den Annales de la Société polytechnique, No. 9.)

Ueber die Bereitung des Kastanien-Kaffee's.

Wir haben im Polytechn. Journale Bd. XLIX. S. 76 die Bereitung des Kastanien-Kaffee's, so wie dieselbe nach dem Journal des connaissances usuelles in Frankreich ausgeübt werden soll, mitgetheilt und uns nun überzeugt, daß die französische Zeitschrift jene Beschreibung beinahe wörtlich aus einer, auch ins Französische übersezten, von Hrn. Professor Lampadius im Jahre 1812 herausgegebenen kleinen Schrift entnahm, welche in Freiberg (bei Craz und Gerlach) unter folgendem Titel erschien: Stärkezuker und Kastanien-Kaffee, zwei neue Stellvertreter des indischen Zukers und Kaffee's. Von W. A. Lampadius, Professor der Chemie u.s.w. Zweite Auflage.

Ueber die Shawlfabrikation in Schottland.

In Schottland sind gegenwärtig nicht weniger als 50,000 Arbeiter mit der Fabrikation von Shawls aus Cashmerewolle beschäftigt. Die Wolle, die sie verarbeiten, wird größten Theils aus Frankreich nach England eingeführt. (Tradesman's and Mechanics' Almanac.)

Ueber Hygrometer

befindet sich ein sehr interessanter Aufsaz des Hrn. Robert Jameson im Edinburgh New Philosophical Journal, No. 30, auf welchen wir alle Physiker, und überhaupt jeden, der höheres Interesse an der Hygrometrie nimmt, aufmerksam machen müssen, da uns unser beschrankter Raum nicht gestattet, diese mehr theoretische und rein wissenschaftliche Abhandlung in unserem Journale bekannt zu machen.

Gläserne Federn für Chronometer.

Der Einfluß des Erdmagnetismus auf den Gang der Chronometer, und die dadurch bedingten Unregelmäßigkeiten in diesem Gange ist längst bekannt, und wurde auch bereits auf verschiedene Weise zu beseitigen gesucht. Man hat z.B.