Text-Bild-Ansicht Band 51

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Luft und daß Regenwasser, deren Sauerstoff zur Bildung der Kohlensäure nöthig ist, wenigstens zum Theil abhält. Die lebhaftere Gährung in einem Düngerhaufen, der viel Pferdemist enthält, muß vorzüglich deßhalb unterdrükt werden, damit der Dünger nicht verbrenne, well er in diesem Zustande beinahe unnüz ist.

Was die Zusäze betrifft, so hat man gefunden, daß es den Dünger, er mag frisch oder faul seyn, verderben heißt, wenn man ihn mit Kalk vermengt; denn der Kalk nimmt die Kohlensäure, die im Dünger enthalten ist, auf, und versezt sie in einen Zustand, in welchem sie wenig Wirkung hat. Ein Gemenge aus frischem Dünger mit Unkraut, grünen Blättern, Gras, Torf und frischen Vegetabilien, ohne Kalk, ist sehr gut, weil alle diese Substanzen eine große Menge Ulmin liefern. Dafür befördert der Kalk aber die Gährung der Moorerde, der dürren Blätter und aller Substanzen, in welchen eine harte Holzfaser enthalten ist, wodurch Ulmin in Menge geliefert wird.

Bei dem Dünger selbst kommt sehr viel auf die Jahreszeit an. Im Winter soll der Dünger in keinem Zustande auf oder in den Boden gebracht werden; die geeignetste Zeit ist der Frühling. Ganz unverständig ist es, denselben in Haufen den heißen Sonnenstrahlen auszusezen, und eben so unzwekmäßig ist es, denselben lange Zeit über in Haufen auf dem Felde liegen zu lassen. Dieß sind praktische Regeln, die sich nun auch wissenschaftlich erklären lassen. Im Winter befinden sich keine Saaten auf den Feldern, auf welche der Dünger angewendet werden kann; im Frühlings hingegen treten Pflanzen und Samen in neues Leben, und ihre Wurzeln entwikeln dann die größte Thätigkeit in der Aufsaugung der Nahrungsstoffe, welche in deren Bereich gebracht werden. Durch das Ausbreiten und Liegenlassen des gefaulten Düngers an der Sonnenhize werden die Bestandtheile derselben großen Theils verdampft; und läßt man ihn in großen Haufen eine Zeit lang auf dem Boden liegen, so gewährt man jenen Stellen des Bodens, die damit bedekt sind, einen unverhältnißmäßig großen Vortheil.

Aus allem diesem ergibt sich also, daß die Theorie nun vollkommen mit jener Praxis übereinstimmt, die man seit langen Jahren mit den besten Resultaten befolgte, und daß die Praktiker bloß durch ihre Erfahrung zu einer Methode kamen, welche den besten Erfolg gewährt, und auch auf wissenschaftlichen Gründen beruht. Diese Uebereinstimmung der Erfahrung mit der Theorie sollte Jedermann belehren, daß man bei der Beurtheilung der verschiedenen Meinungen nicht die Theorie allein, sondern die Theorie und die Erfahrung berüksichtigen müsse. Im Interesse der Praxis ist es aber, immer aufmerksam auf die Fortschritte und Entdekungen der Wissenschaft zu achten. Denn so gehört es z.B.