Text-Bild-Ansicht Band 51

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LXVI. Bericht des Hrn. Payen über ein von Hrn. Caron mitgetheiltes Verfahren weiße Weine zu klären.

Aus dem Bulletin de la Société d'encouragement. October 1833, S. 347.

Hr. Caron, ehemaliger Weinhändler, zeigte der Gesellschaft bei Gelegenheit des Concurses, den sie auf die Erfindung einer Substanz, welche statt des Fischleimes oder der Hausenblase zum Klären des Bieres und der weißen Weine benuzt werden könnte, ausgeschrieben hatte, an, daß er eine große Anzahl von Versuchen hierüber angestellt habe, von denen jedoch keiner zu einem genügenden Resultate führte. Er theilte der Gesellschaft aber bei dieser Gelegenheit ein Verfahren mit, dessen er sich lange Zeit und mit günstigem Erfolge zum Klären der weißen Weine bediente, und mit dessen Hülfe er ihnen die gelbliche Farbe entzog, die deren Verkauf oft so hinderlich ist. Dieses Verfahren ist sehr einfach; denn man braucht nichts weiter, als von einem Stükfasse Wein beiläufig 3 Liter Wein abzuziehen, gleich darauf einen Liter frisch gemolkene Kuhmilch in das Faß zu gießen und mit einem Stoke lebhaft umzurühren; dann das Faß mit dem abgelassenen Weine wieder aufzufüllen, und es zuzuspunden, wobei jedoch ein kleines Bohrloch offen gelassen werden muß. Nach einigen Tagen kann man hierauf den Wein wie gewöhnlich abziehen.

Wir forschten nun vor Allem nach, ob dieses Verfahren neu sey, und erhielten hierüber von unserem Collegen Hrn. Chevallier folgende Nachweisungen. In den Annales de Chimie Bd. LII. S. 216 finden sich Bemerkungen des Hrn. Parmentier über das Klären des Weines und Bieres, worin folgende Stelle vorkommt:

„Ich habe statt des Eiweißes öfter Fischleim, so wie auch Milch und Rahm zum Klaren verwendet; allein diese Substanzen brauchen nicht nur längere Zeit um die Klärung zu bewirken, sondern die Flüssigkeiten werden auch nie so klar und so wenig gefärbt, als die mit Eiweiß behandelten. Sie erhalten dadurch überdieß eine größere Consistenz, gleichsam ein öhlartiges Aussehen, und fließen auch nur schwer durch Filtrirpapier. Warme Milch und Rahm müssen unter die klärenden Substanzen gezählt werden; sie wirken sogar ziemlich schnell; allein deren Anwendung, und besonders jene der warmen Milch, bringt eine große Unannehmlichkeit mit sich, und diese ist: daß in der Flüssigkeit eine gewisse Quantität Hefen zurükbleibt, die sich unmöglich abscheiden läßt, und welche dem feinen Geschmake dieser Flüssigkeiten nachtheilig ist.“