Text-Bild-Ansicht Band 51

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auch weglassen kann, rührte das Gemenge mit einer hinreichenden Menge von dem vierten Abwaschwasser an, und ließ es mit gehöriger Vorsicht kochen. Die Schlichte, die ich dadurch erhielt, war fettig, ließ sich leicht auf den Zeugen ausbreiten, ließ beim Troknen keine Rauhheit zurük, behielt selbst an einem gut gelüfteten Orte lange Zeit die gehörige Geschmeidigkeit, und beeinträchtigte später das Bleichen nicht im Geringsten. Ich wünsche daher sehnlich, daß die Fabrikanten und Weher diese Versuche wiederholen mochten.

Das günstige Resultat meiner ersten Versuche über die Anwendung des mit seinem eigenen, Naschwasser zubereiteten Roßkastaniensazmehles veranlaßte mich zu einem weiteren Versuche, welcher gleichfalls vollkommen gelang. Ich meine die Anwendung dieses Präparates in der Lithographie, welche in Frankreich die reißendsten Fortschritte macht.

Zu den vortheilhaftesten Erfindungen in der Lithographie gehört bekanntlich das Schreiben auf sogenanntem autographischem Papiere, von welchem die mit lithographischer Tinte darauf geschriebenen Schriftzüge durch gehörigen Druk und durch Befeuchtung der Kehrseite des Papieres auf den Stein übergetragen werden können. Dieses Papier wird nun dadurch bereitet, daß man auf demselben einen keim anbringt, der durch die Feuchtigkeit so flüssig gemacht wird, daß die auf das Papier gemachten Schriftzüge fest an dem Steine kleben bleiben. Man bediente sich zur Bereitung dieses Leimes bereits verschiedener Vorschriften, von denen mehrere noch geheim gehalten werden. Ich verschaffte mir von beinahe allen lithographischen Anstalten autographisches Papier, und fand, Haß dessen Ueberzug oder Leim beinahe durchaus aus einem Gemenge von Leim, Starkmehl, arabischem Gummi, und Gummigutt, oder auch nur aus einzelnen dieser Substanzen bestand.

Jedes dieser Papiere läßt noch etwas zu wünschen übrig, besonders was die Sicherheit des Gelingens einer vollkommenen Uebertragung betrifft. Das Papier, welches mir Starkmehl allein bereitet worden, läßt die Tinte nicht leicht genug an den Stein ankleben, ausgenommen man nimmt laues Wasser, um das Papier von dem Steine abzunehmen, wo sich dann die Schriftzüge gern verwischen. Das arabische Gummi wird zu leicht flüssig, und das Papier glitscht leicht unter die Rakel oder unter die Walze. Der Leim eignet sich besser; allein et hat zum Theil den Nachtheil des arabischen Gummis und hängt sich außerdem stark an den Stein an, so daß es schwer ist denselben von dem Steine wegzuschaffen, ohne der Reinheit der Schriftzüge zu schaden, und ihn zum Druke zuzurichten. Das Gummigutt endlich ist für sich allein unbrauchbar, und dient bloß zum Färben des Leimes.