Text-Bild-Ansicht Band 53

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Wir glauben daher, daß die Einführung der Beleuchtung mit Harzgas alle mögliche Unterstüzung verdiene.

XXXVIII. Bericht über den Zustand der Wasserleitungsröhren zu Grenoble.

Aus den Annales de Chimie et de Physique. Januar 1834, S. 49.

Die Brunnen in der Stadt Grenoble liefern gegenwärtig beträchtlich weniger Wasser; die Verminderung ihres Wasservolumens ist auf eine unmerkliche Weise erfolgt und rührt nach der deßhalb angestellten Untersuchung von einer Verstopfung der Röhren oder Teicheln her. Diese Verstopfung ist jedoch von der Art, daß ihre Veranlassung bisher nicht mit Sicherheit ausgemittelt werden konnte42), so daß wir es für nöthig halten, die Aufmerksamkeit aller Sachverständigen auf diese Thatsache zu lenken; es handelt sich nämlich nicht nur darum, eine ganz unvorhergesehene Gefahr bei den Wasserleitungen von Grenoble zu beseitigen, sondern auch um die Auffindung von Mitteln, wodurch man solche nachtheilige Ereignisse allenthalben verhüten kann.

Zur Lösung der Schwierigkeiten, wovon wir gesprochen haben, kann man nur durch das genaue Studium aller Thatsachen gelangen; wir wollen daher die Einrichtung der Wasserleitung von Grenoble, die Unfälle, welche sich bisher bei ihr ereigneten und die Versuche, welche man zur Ausmittelung ihrer Ursache anstellte, genau beschreiben.

Die große Wasserleitung des Rondeau 43) fing im Jahre 1825 an ihr Wasser in die Gräben der Stadt zu liefern. Den 26. Febr. 1826 war sie ganz vollendet. Das Wasser kam zur Abendzeit auf den Plaz Grenette, welcher 3200 Meter von der Quelle entfernt ist und seit diesem Tage hörte es nicht auf zu laufen. Die gelieferte Wassermenge betrug damals 1431 Liter in der Minute.

Die Röhren dieser Wasserleitung sind in einander gestekt; jede ist 2,56 Meter lang; der innere Durchmesser beträgt 0,275 Meter. Diese Röhren wurden durch den englischen Kitt (welcher aus 98 Th. Gußeisenfeile, 1 Th. Schwefelblumen und 1 Th. Salmiak besteht) mit einander verbunden und die Dilatations- oder Compensationsröhren mit Ringen von Blei und getheerten Striken. Die Wasserleitung

42)

Vergleiche Polytechn. Journal Bd. LI. S. 116.

A. d. R.

43)

Das Rondeau, von welchem die Wasserleitung ausgeht, liegt am südlichen Ende von Grenoble.

A. d. O.