Text-Bild-Ansicht Band 53

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Orseille. Hr. Bourget zu Lyon war der einzige, der ein Muster von französischer Orseille zur Ausstellung brachte.

Papier. Hr. Delestrade de Meyrargues legte Papier, welches aus dem Seetange erzeugt worden, vor. – Hr. Vidocq sandte sein sogenanntes Sicherheitspapier, welches statt Stämpelpapier gebraucht werden soll, indem es alle Betrügereien verhindert, zur Ausstellung. Dieses Papier bekommt jedes Mal sehr sichtbare Fleken, so oft ein Versuch gemacht wird, die darauf befindlichen Schriftzüge durch Reagentien, womit man sonst die Tinte auslöschen kann, zu entfernen.

Runkelrübenkaffee. Dieses aus den gerösteten Würzelchen der Runkelrüben bereitete Fabrikat wird statt des Cichorienkaffee's verwendet.

Runkelrübenzuker. Mehr dann 10 Fabrikanten haben Runkelrübenzuker ausgestellt, worunter welcher von ausgezeichneter Qualität und von sehr billigem Preise.

Salicin ward ausgestellt von Hrn. Leroux, Apotheker zu Vitry-le-Français, der früher schon von der Société d'encouragement und der Société des sciensces physiques et chimiques einen Preis dafür erhielt.

Soda aus Seetang bereitet legten Guilhem, Tissier und Comp. zu Conquet vor.

Tinte. Unter den ausgestellten Tinten war besonders die autographische Tinte des Hrn. Mantoux, und die unauslöschliche Tinte des Hrn. Bosc ausgezeichnet.

Weinsteinsäure wird gegenwärtig in Frankreich jährlich für 50 bis 60,000 Franken fabricirt, und zwar von solcher Schönheit, daß das englische Fabrikat keinen Vergleich damit aushalten kann.

Zur Geschichte der Goldarbeiterkunst in England.

Die Goldschmiede Englands besaßen im Mittelalter einen nicht unbedeutenden Ruf. Anketil, ein Mönch von St. Alban, machte sich am Anfange des 12 ten Jahrhunderts so berühmt in Gold-, Silber- und Juwelierarbeiten, daß ihn der König von Dänemark als Aufseher seiner Goldarbeiten und als einen Banquier und Wechsler berief. Ein paar aus Silber und Gold verfertigte Leuchter, welche Robert, Abt von St. Alban, dem Papste Adrian IV überreichte, waren wegen ihrer herrlichen Arbeit so geschäzt, daß sie dem heiligen Petrus geweiht wurden, und viel zu der Auszeichnung beitrugen, welche die Abtei genoß. Nach Muratori waren die englischen Gold- und Silberarbeiten schon im 8 ten Jahrhunderte in Italien berühmt. (Treatise on the Progressive Improvement and Present State of Manufactures in Metal.)

Andrew Symington's neue Uhr.

Hr. Andrew Symington, Uhrmacher zu Kettle, ein Sohn des berühmten W. Symington, des Vaters der neueren Dampfschifffahrt, hat dem Tife Herald zu Folge eine Uhr erfunden, welche viel einfacher ist, als die gewöhnliche acht Tage lang gehende Wanduhr, und dabei doch nur alle Jahre ein Mal aufgezogen zu werden braucht. Die Uhr soll ohne alles Geräusch geben, und sich daher verzüglich für Schlafzimmer sehr gut eignen. Das Pendel und die Hemmung sind an derselben durch eine sehr einfache und wirksame, an dem Krenrade angebrachte Vorrichtung ersezt, und diese Vorrichtung gestattet dem Rade sich in jeder Stunde nur ein Mal umzudrehen, wobei die Bewegung vollkommen gleichförmig und ohne die geringste Erschütterung der Maschinerie zu erzeugen erfolgt. Hr. Symington hat ferner auch ein eigenthümliches Material, in welchem sich die Zapfen bewegen sollen, erfunden, und versichert, daß dieses Material nicht nur gar keine Cohäsion bedingt, sondern daß bei der Anwendung desselben auch alles Oehl entbehrlich ist, so daß also hiebei auch alle Unregelmäßigkeiten, die in Folge der Verdampfung des Oehles eintreten können, wegfallen. (Mechanics' Magazine No. 571.)