Text-Bild-Ansicht Band 54

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der Eisenstreifen demnach an der einen Seite mehr verlängert, als an der anderen.

Die auf diese Weise behandelten Eisenstreifen haben, so wie sie zulezt aus den parallelen Walzen kommen, eine regelmäßige Curve, welche durch Abänderung der Neigung der Walzen gegen einander leicht so modificirt werden kann, daß sie jedem beliebigen Durchmesser oder jeder beliebigen Convexität der Oberfläche des zu beschlagenden Fasses entspricht. Damit die Eisenstreifen, indem sie erhizt aus den Walzen kommen, keine unregelmäßigen Curven erhalten, haben es die Patentträger für gut befunden, in der Nahe der Walzen einen gebogenen Führer oder Conductor anzubringen, durch dessen Wirkung die Eisenstreifen ganz genau die gewünschte Biegung behalten, während die Arbeiter sie aus den Walzen herausziehen.

Die Patentträger erklären, daß sie nur das Auswalzen von Reifen, welche an der einen Kante dünner, als an der anderen sind, und welche eine bestimmte Krümmung haben, als ihre Erfindung in Anspruch nehmen, indem dieses Verfahren Reifen zu fabriciren ihrem Wissen nach neu ist. Die Apparate, womit derlei Reifen verfertigt werden sollen, behalten sie sich vor, verschieden zu modificiren.

LXXIII. Nachtrag zu Dr. Ure's Versuchen über die Zukerraffination.

(Siehe Polytechnisches Journal Bd. LIV. S. 67 und 113)

Ehe ich in eine Erörterung der Versuche des Hrn. Dr. Ure eingehen will, und um die in der Chemie weniger vertrauten Leser über die Natur jener Schwierigkeiten aufzuklären, die Hr. Ure in Betreff des Verlustes, der sich bei einigen seiner Versuche ergab, erfuhr, erlaube ich mir Einiges über die Natur und die chemischen Eigenschaften des Zukers vorauszuschiken. Der Zukerrohrsaft, aus welchem der Rohzuker gewonnen wird, wird bekanntlich in Mühlen mit 2 oder 3 Walzen, zwischen welche das Zukerrohr gebracht wird, ausgepreßt. Der auf diese Weise ausgepreßte Saft ist mit vielen fremdartigen vegetabilischen Stoffen, so wie auch mit sauren Bestandtheilen, die der Krystallisation des Zukers entgegenwirken, überladen. Der erste Proceß, welchem man den Saft in den Colonien unterwirft, bevor man ihn eindikt, ist darauf berechnet, ihn so viel als möglich von den mit dem Zukerstoffe verbundenen fremdartigen Substanzen zu befreien. Dieß erreicht man auch in einem gewissen Grade dadurch, daß man die in die Pfannen gebrachte Flüssigkeit