Text-Bild-Ansicht Band 59

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weil die so erzeugte Elektricität ohne Dazwischenkunst einer Flüssigkeit zu schwach ist, um der chemischen Wirkung der Luft und Feuchtigkeit auf die Oberfläche dieser Metalle das Gleichgewicht zu halten.

(Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Januar 1836, S. 65.)

Eine Maschine zum Schneiden der Büchsenschäfte

ward kürzlich von einem Hrn. E. Grimpé in Paris erfunden. Sie schneidet das in sie gebrachte Nußbaumholz auf eine vollkommen regelmäßige Weise in gehöriger Form zu, so daß dieses Zuschneiden, welches bisher 2 1/2 Franken kostete, jezt nur mehr auf 35 Centimen zu stehen kommt. Eine aus Artillerieofficieren zusammengesezte Commission soll die Vortheile, welche diese Maschine (der der Erfinder den Namen Armurière ertheilte) gewährt, bestätigt gefunden haben. (Aus dem Memorial encyclopedique im Bulletin de la Société d'encouragement. September 1835.)

Caiman-Duverger's neue Pferdegebisse.

Hr. Caiman-Duverger, schreibt das Mémorial encyclopédique, hat ein neues Pferdegebiß, Lycos genannt, erfunden, an welchem sich weder Bakenstüke, noch Hauptgestell, noch Stirnband, noch Kehlriemen, noch Nasenband, noch Kinnkette befinden. Es besteht aus einem einzigen Metallstüke, welches ohne irgend eine Art von Zaum lediglich durch die untere und seitliche Zunahme der Ganasse im Maule des Pferdes gehalten wird. Die Mundstüke berühren die Kinnladen nur wenn die Zügel angezogen werden; dann können aber weder die Zunge, noch die Lippen dazwischen gebracht werden. Das neue Gebiß ist weicher als die Trense und kräftiger als die Stange; es eignet sich für alle Pferde, und vereint die Vorzüge von beinahe allen Arten von Zäumen in sich. Seine Befestigung geschieht mit einer Schraube, und auf keine Weise kann es aus dem Maule herausgestoßen werden. Das Pferd kann damit fressen, saufen und schlafen, ohne daß sich seine Kinnladen dabei entzündeten oder unempfindlich würden. Mehrere Bereiter in Paris haben dasselbe nach angestellten günstig ausgefallenen Versuchen bereits angenommen.

Ueber Fabrikation glasirter Dachziegel.

Das Journal des connaissances usuelles, November 1835, empfiehlt die häufigere Anwendung der glasirten Dachziegel, welche, obwohl bereits den Römern bekannt, und obschon sie eben so schön als dauerhaft sind, in neuerer Zeit dennoch beinahe in Vergessenheit geriethen. Nur in manchen Gegenden, wie z.B. in Dijon, hat sich deren Anwendung erhalten, und die mit solchen glasirten Ziegeln gedekten Häuser gewähren dem Auge einen sehr angenehmen Eindruk. Die Farbe der Ziegel läßt sich höchst mannigfach abändern. Hr. Landri, Töpfer zu Nuits, verkauft in dieser Hinsicht folgende Vorschriften, die mit jenen der Töpfer in Rheims ziemlich übereinstimmen. Zu einer braunen ins Dunkelblaue ziehenden Glasur soll man 10 Thl. Bleioxyd, 10 Thl. Quarzsand und 3 Thl. Braunsteinoxyd; zu einer grünen 10 Thl. Bleioxyd, 10 Thl. Quarzsand und 1 Thl. Kupferoxyd; zu einer gelben 10 Thl. Bleioxyd, 10 Thl. Quarzsand, und 4 Thl. grünen Eisenvitriol; und zu einer rothen 10 Thl. Bleioxyd und 10 Thl. Quarzsand nehmen. Alle diese Substanzen müssen durch ein Seidensieb gebeutelt und innig vermengt werden. Man bedient sich ihrer folgender Maßen. Ein Arbeiter bestreicht 2/3 des Dachziegels mit Mehlkleister, bestreut diesen Theil mit dem Glasurpulver, schlägt dann sachte auf den Ziegel, um das überschüssige Pulver abfallen zu machen, und brennt endlich die Ziegel, nachdem sie getroknet, auf die gewöhnliche Weise.