Text-Bild-Ansicht Band 59

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man es beständig umrührt und das Oxyd in dem Maaße beseitigt, als es sich bildet. Es ist merkwürdig anzusehen, wie diese Verbrennung bei großen Massen lange fortdauert, ohne daß eine andere Hize hinzukommt, als diejenige, welche das Metall selbst entbindet. Es entsteht hiebei ein graues Oxyd, das andere Eigenschaften besizt, als das gewöhnliche Oxyd: sein specifisches Gewicht ist viel größer und es zieht an der Luft keine Kohlensäure an. (Philosoph. Magazine.)

Ueber die Wiedergewinnung des Indigo aus den damit gefärbten Substanzen.

Folgende Modification des gewöhnlichen Verfahrens, wonach sich der Indigo aus den damit gefärbten Substanzen wieder gewinnen läßt, wurde in Frankreich patentirt. Man löst die Wolle oder die sonstige mit Indigo gefärbte Substanz in Kali- oder Natronlauge auf, welche mit Kalk äzend gemacht worden ist, und erleichtert diese Auflösung mit Beihülfe der Wärme. Ist die Auflösung vollkommen erfolgt, so seiht man sie durch ein Sieb, um alle zufällig darin enthaltenen fremdartigen Substanzen daraus abzuscheiden, und gießt sie dann in barchetne Filtrirsäke, deren rauhe Seite nach Innen gekehrt worden ist. Die zuerst ablaufende Flüssigkeit enthält gewöhnlich etwas Indigo und muß noch ein Mal aufgegossen werden. Der im Sake zurükbleibende Indigo muß durch Auswaschen gereinigt und dann getroknet werden. Die seifenartige Flüssigkeit, welche durch Auflösung der Wolle in Alkali entsteht, kann zu verschiedenen Zweken verwendet werden. (Aus dem Journal des connaissances usuelles. December 1835.)

Einfache Methode die Verfälschung von Saleppulver zu erkennen.

Das Saleppulver wird nicht selten mit verschiedenen Substanzen verfälscht, deren Daseyn man jedoch aus folgendem Verhalten des reinen unverfälschten Saleps erkennen dürfte. Wenn man eine Auflösung von 1/3 Quentchen Salep in 4 Unzen destillirten Wassers mit einem halben Quentchen calcinirter Bittererde versezt, so bekommt die ganze Masse nach Verlauf einiger Stunden die Consistenz einer steifen Gallerte, die sie auch lange Zeit beibehält, ohne eine Veränderung zu erleiden. 2/3 Quentchen Salep mit 5 Unzen Wasser und 1/2 Quentchen Bittererde geben eine Masse von außerordentlicher Härte. Wiederholt man denselben Versuch mit Eiweiß, Traganthgummi, arabischem Gummi, Stärkmehl, Haufenblase und anderen dem Salep ähnlichen Substanzen, so findet durchaus keine solche Erscheinung Statt. Eben so wenig zeigt sich dieselbe, wenn man weißen Thon oder Aezkalk statt der Bittererde anwendet, so daß sie auf einer besonderen Wirkung der Bittererde auf die Salepsubstanz zu beruhen scheint. (Aus dem Journal des connaissances usuelles. December 1835.)

Ueber die Fabrikation jener Zündhölzchen, die sich beim Abbrechen entzünden.

Man verkauft seit einiger Zeit Zündhölzchen, welche sich entzünden, wenn man sie abbricht, und die hauptsächlich zum Anzünden von Cigarren bestimmt sind. Diese Zündhölzchen, die jedoch von der Polizei in Paris wegen ihrer Feuergefährlichkeit verboten worden sind, werden auf folgende Weise verfertigt. Man befestigt entweder auf einem mit Wachs überzogenen Dochte oder auf einer gehörig zubereiteten papiernen Röhre mittelst Wachs ein kleines, gläsernes, an dem einen Ende verschlossenes Haarröhrchen, und taucht dessen offen gebliebenes Ende in Schwefelsäure, welche dann in dem Röhrchen emporsteigt. Das mit Schwefelsäure gefüllte Röhrchen verschließt man hierauf mit Wachs, und wenn das Röhrchen selbst troken geworden ist, so taucht man es in eine Composition, die man wie die gewöhnliche Zündhölzchenmasse mit chlorsaurem Kali etc. bereitet. So wie das Röhrchen abgebrochen wird, entzündet die ausfließende Schwefelsäure die Composition, von der sich dann die Entzündung weiter fortpflanzt. (Aus dem Journal des connaissances usuelles. December 1835.)