Text-Bild-Ansicht Band 59

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62) für Kattune und andere Stoffe bedient, und an der Art und Weise diese Walzen in Bewegung zu sezen, worauf sich John Losh, Gentleman von Crescent, City of Carlisle, am 30. Mai 1835 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions, Januar 1836, S. 15.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Der Zwek meiner Erfindung, sagt der Patentträger, ist Beseitigung des Zahnrades und des Getriebes, welches bisher an der Achse oder Welle der erhaben gravirten (hölzernen) Drukwalze angebracht gewesen, und Ersezung desselben durch ein Laufband, welches über Rollen läuft, die an die Enden der besagten Walzen gedreht sind, und genau einen und denselben Durchmesser wie die Walze mit ihrem Muster haben. Es ergibt sich hieraus eine verbesserte Walze und eine neue Methode sie entweder einzeln oder in Verbindung mit einer Walzendrukmaschine in Bewegung zu sezen, um Kattune, Leinen-, Wollen-, Seiden- und andere Zeuge, so wie auch Papier etc. zu bedruken. Durch diese meine Erfindung wird allen jenen Schwierigkeiten (so wie auch dem aus ihnen erwachsenden Verluste) abgeholfen, die sich bei dem Betriebe der gravirten Walzen mit Zahnrädern und Getrieben nicht selten ergeben. Denn bei der geringsten Abweichung des Durchmessers der erhaben gravirten Walze von jenem des Treibrades oder der Doke entstand auch eine Abweichung der Geschwindigkeit des Umfanges der Drukwalze, und hieraus folgte, daß diese ihr Muster nicht rein und vollkommen abdruken konnte, sondern, indem sie über den Zeug weggezogen wurde, nur geschleifte oder gewischte Züge zurükließ. Die Beschreibung mit der beigegebenen Zeichnung wird übrigens meine Erfindung anschaulicher machen.

Die verbesserte erhaben gravirte Walze besteht aus Holz, welches von einem Ende zum anderen zum Behufe der Aufnahme eines Cylinders aus Gußeisen oder aus einem anderen Metalle in der Mitte ausgebohrt ist. Sollte das Holz, nachdem es ausgebohrt worden, nicht vollkommen genau auf den Cylinder passen, so müßte man die leeren Räume mit Leim oder auch heiß mit einem Kitte ausfüllen, den man sich aus Colophonium, Schiffpech und römischem Cemente bereitet. Man kann hiezu auf ein Pfund Colophonium ein Pfund Schiffspech und eben so viel Cement nehmen, und dieses Gemenge so zwischen das Holz und den Cylinder einfließen lassen, daß sämmtliche leere Räume dadurch ausgefüllt sind, und das Holz fest an den Cylinder gebunden ist. Der Cylinder ist so gegossen, daß er innen einen hervorstehenden Rand hat, und daß in der Mitte nur eine Oeffnung von solcher Größe bleibt, als zum Durchgange einer eisernen Spindel erforderlich ist. Die Spindel bildet die Achse der Walze, und wird an beiden Enden des Cylinders an dessen Randstüken befestigt. Der Cylinder selbst muß je nach dem Durchmesser der Walze diker oder dünner seyn, so daß, wenn die Walze auf der Drehbank bis zur erforderlichen Dike abgedreht worden, nur so viel Holz auf dem Cylinder zurükbleibt, als zur Herstellung des Musters auf demselben nöthig ist. An einem oder an beiden Enden wird die Walze diker

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gravirten hölzernen Walze. Diese Vorrichtung wurde 1805 von J. Burton in Peel's Fabrik zu Church erfunden und ist unter dem Namen Union- oder Mulemaschine bekannt.

A. d. R.