Text-Bild-Ansicht Band 61

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wodurch die Hängeketten mit einander verbunden sind. Die Sättel auf dem Scheitel der Pyramiden, welche die mittleren Hängeketten mit den an die beiden Ufer laufenden Ketten verbinden, hatten jedoch nicht den geringsten Schaden, gelitten. Kaum hatte der Wind aufgehört, so hörten auch alle Undulationen auf, und Fuhrwerk passirte wie früher über die Brüke. Die nöthigen Reparaturen dürften sich im Ganzen nicht höher als auf 20 bis 30 Schill. erheben. Um die Gewalt des Windes, der diesem herrlichen Baue des unsterblichen Telford eine so unvermuthete Probe bereitete, vollkommen würdigen zu können, ist zu bemerken, daß die Tragpyramiden 173 Fuß über dem niederen Wasserstande betragen; daß sie 552 Fuß von einander entfernt sind, und daß sich zwischen ihnen eine Last von wenigstens 650 Tonnen schwingt! (Aus dem Magazine of Popular Science, No. 2.)

Ueber die mechanischen Wirkungen der durch Reibung entwikelten Elektricität in den Baumwollspinnereien und Tapetenfabriken.

Hr. Colladon besuchte bei trokener kalter Witterung die Baumwollspinnerei der HH. Blech, Fries u. Comp. in Mülhausen, und war erstaunt sämmtliche Vorsprünge der Maschinen mit zahlreichen kleinen Baumwollfaserchen bedekt zu sehen. Die an den Kanten angesammelten Fasern schienen einander stark abzustoßen, und divergirten wie die Büschel, die man sonst zuweilen an den Elektrisirmaschinen anzubringen pflegt. Näherte man diesen Fasern die Hand, so wendeten sie sich sogleich auf die entgegengesezte Seite; zog man die Hand zurük, so standen sie sogleich wieder auf. Diese Erscheinung erklärt sich leicht dadurch, daß die Baumwolle beim Spinnen zusammengedrükt, ausgezogen und gedreht wird, hiebei mit metallischen Oberflächen in Berührung kommt, und viele Elektricität entwikelt. Die Baumwollfäden nehmen die negative, die Maschinen hingegen die positive Elektricität auf; ist die Luft feucht, so werden die Fäden zu Leitern, so daß sich beide Elektricitäten beinahe unmittelbar vereinigen und unbemerkbar werden; ist die Luft hingegen sehr troken, so wird die Leitung beeinträchtigt, die Faden behalten ihre elektrische Spannung länger und ihre Elektricität pflanzt sich an die Luft mit. Dieser Spannungszustand, der die Trennung, der Fasern von einander begünstigt, ist offenbar der Spinnerei nachtheilig, indem er ein häufigeres Blechen der Fäden veranlaßt. In Manchester unterläßt man daher auch das Spinnen sehr feiner Nummern wenn Nordost weht; und in mehreren Spinnereien wird, wenn der Hygrometer eine sehr trokene Luft andeutet, ein Dampfstrahl in die Spinnsäle eingelassen. Man erklärte dieß bisher allgemein durch die Trokenheit der Luft, dieß mag zum Theil richtig seyn; aber offenbar spielt hier die Elektricität eine noch weit wichtigere Rolle. – Ein zweites Beispiel dieser Art beobachtete Hr. Colladon in der Tapetenfabrik des Hrn. Zuber. Bei der Fabrication der rauhen oder sammetartigen Tapeten wird nämlich zuerst mit Modeln Leim auf jene Stellen des Papieres gedrukt, auf denen man den Wollstaub fixiren will. Nachdem dieß geschehen ist, läßt man das Papier durch zwei in den Seitenwänden angebrachte Oeffnungen in den oberen Theil einer großen Kiste laufen. Der Boden dieser Kiste ist ein Paar Zoll hoch mit Wollstaub gefüllt, der durch elastische Schnüre fortwährend nach allen Richtungen umher geschnellt wird, so daß der ganze leere Raum der Kiste beständig mit dichtem Staube erfüllt ist, der sich dann an die beleimten Stellen ansezt. Hr. Zuber versuchte mehrere Male auf dieselbe Weise auch Seidenstaub aufzutragen, was jedoch immer mißlang. Die Ursache hievon liegt, wie Hr. Zuber glaubt, in dem Einflusse der durch Reibung der Seidenfasern entwikelten Elektricität, in Folge deren sich die Fasern nie gleichmäßig an das Papier ansezen, wohl aber gleich nach wenigen Augenbliken die Wände der Kiste, besonders an den Kanten und Vorsprängen derselben überziehen. (Bibliothèque universelle, Februar 1836.)

Ueber den Mechanismus der menschlichen Stimme.

Hr. Cagniard-Latour, Präsident der philomatischen Gesellschaft in Paris, legte dieser Gesellschaft in einer Anfangs Junius gehaltenen Sizung zwei künstliche, aus Kautschuk verfertigte, menschliche Stimmrizen vor, um zu beweisen,