Text-Bild-Ansicht Band 64

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in 3 1/2 Minute zurükgelegt; die Bewegung war also stromaufwärts 5 Mal so schnell als stromabwärts. Die Vorzüge und Vortheile der neuen Erfindung sollen sich demnach als so außerordentlich ergeben haben, daß in Kürze eine allgemeine Anwendung derselben zu erwarten steht. Der Erfinder meint, daß seine Apparate in Entfernungen von 2 Kilometern von einander anzubringen seyen; und daß man zum Anhohlen der Schiffe von Bordeaux bis Toulouse, wozu gegenwärtig 20 bis 22 Tage verbraucht werden, nicht mehr als 4 Tage nöthig haben dürfte.

Ueber Hrn. Lory's Lampe mit Uhrwerk.

Die erste Lampe, an der das Oehl mittelst eines Uhrwerkes an den Lampenschnabel empor gehoben wurde, ward von Carcel verfertigt. An dieser Lampe, deren sämmtliche Theile so gewandt angeordnet und zusammengesezt waren, daß man durch mehr dann 20 Jahre keine Veränderung von wesentlichem Nuzen daran vorzunehmen wußte, befand sich die Triebkraft oder der Motor äußerlich unter dem Oehlbehälter angebracht, von wo aus er seine Thätigkeit an die Pumpe fortpflanzte, die im Inneren des Behälters und auf dessen Boden fixirt war. Hieraus erwuchs die Nothwendigkeit die Fortpflanzung der Bewegung durch eine lederne Büchse oder durch vollkommen ausgeriebene Theile zu bewerkstelligen, damit nichts von dem Oehle entweichen konnte. Aus dieser sicheren Verschließung entstand nothwendig eine Beeinträchtigung des Spieles der Theile, so daß die Triebkraft nicht nur die zum Emporheben des Oehles erforderliche Kraft liefern mußte, sondern auch noch jene, welche zur Ueberwindung der Reibung nöthig war. Carcel wendete deßhalb gar weislich lange auf große Federgehäuse aufgewundene Federn an; und der große Werth dieser ist es auch, der diese Art von Lampen auch dermalen noch fortwährend auf hohem Preise erhält. An der neuen, von Hrn. Lory erfundenen Lampe ist nun allerdings die Triebkraft ebenfalls unter dem äußeren Behälter angebracht und die Pumpe in daß Oehl untergetaucht; allein die Bewegung wird weder durch eine lederne Büchse, noch durch ein ausgeriebenes Stük an die Pumpe fortgepflanzt, sondern es geschieht dieß mittelst einer langen Stange, welche sich in einer Röhre befindet, die sich mit ihrem oberen Ende bis über das Niveau des Oehles erhebt, während ihr unteres Ende durch den Boden des Behälters führt und an denselben gelöthet ist. Diese Stange, welche demnach mitten in der Flüssigkeit vollkommen isolirt ist, ist auf sich selbst zurükgebogen, um an dem Kolben der Pumpe befestigt zu werden, die Hr. Lory nach einem neuen, sehr einfachen Systeme eingerichtet hat. In Folge dieser Verbesserungen kann man an den Carcel'schen Lampen nicht nur wohlfeilere Federn anbringen, sondern es ist auch alles Aussikern des Oehles, welches diesen Lampen häufig zum Vorwurfe gemacht werden konnte, verhütet. So viel zur Ergänzung dessen, was bereits im Polyt. Journal Bd. LX. S. 469 über die Erfindung des Hrn. Lory gesagt wurde.

Ueber einige neuere Tull- oder Bobbinnetmaschinen.

Das London Journal enthält in seinem neuesten Märzhefte Auszüge aus einigen Patenten, welche in neuerer Zeit auf Verbesserungen an den Tullmaschinen genommen wurden. Da diese Aufsäze, denen keine Kupfer beigegeben sind, ohne solche großen Theils unverständlich sind, so begnügen wir uns sie in folgender kurzen Notiz zusammenzufassen.

1. Verbesserte Kettenmaschine (warp machinery) zur Tullfabrication. Patent der HH. John Streets jun. und Thomas Whiteley, beide von Nottingham; de dato 22. Januar 1835. Die Erfindungen bestehen 1) darin, daß an der sogenannten Kettenmaschine zwischen den Enden der Nadeln und den Enden der Führer eine Reihe von Fädenconductoren, die wie die Zähne eines Kammes geformt sind, angebracht ist, damit auf diese Weise die Kettenfaden an die geeigneten Stellen zwischen die Nadeln geleitet werden, anstatt daß die Führer zwischen den Nadeln durchgehen. 2) darin, daß diese Fädenconductoren mit einigen langen und einigen kurzen Stielen (stems) ausgestattet sind, damit hiedurch gewisse Fäden der Kette erfaßt und zwischen den Stielen festgehalten werden, und damit also gewisse Faden von gewissen Nadeln weggezogen werden, so daß Augen in dem Fabricate zum Vorscheine kommen. 3) endlich in