Text-Bild-Ansicht Band 65

Bild:
<< vorherige Seite

selbst einen nicht unbedeutenden Theil der Triebkraft; der neue hingegen, der nur 25 Umläufe in einer Minute macht, erheischt kaum die Kraft, die zum Betriebe eines Bratenwenders nöthig ist. In der Fabrik des Hrn. Molinié arbeitet einer seiner Regulatoren bereits seit zwei Jahren, und ein anderer seit kürzerer Zeit zu vollkommener Zufriedenheit. (Mémorial encyclopédique. April 1837, S. 213.)

Jones's Methode Stahlblech zu schneiden, auszuschneiden oder zu durchbohren.

Das Franklin Journal gibt nach Dr. Thomas P. Jones folgende Methode an, nach welcher man Stahlbleche von größter Härte beschneiden, ausschneiden oder auch durchbohren kann. Man soll das Stahlblech so weit erwärmen, daß reines Wachs, wenn man es darauf reibt, schmilzt, und das Blech also mit einer Wachsschichte überzogen wird. Nach dem Erkalten dieser Schichte soll man in sie und bis auf die Oberfläche des Stahles hinein die auszuschneidenden Stellen mit Linien verzeichnen; und wenn man mehrere Stellen oder das ganze Blech auf ein Mal mit der sogleich anzugebenden Aezflüssigkeit behandeln will, so soll man das Blech mit einem erhabenen Rande aus Wachs umgeben, damit die Flüssigkeit nicht abfließen kann. Man kann statt des Wachses auch den bekannten Firniß der Kupferstecher anwenden. Sind die Linien verzeichnet, so soll man eine Beize auftragen, welche aus einem Theile Schwefelsäure und 6 Theilen Wasser zusammengesezt worden. Diese Beize wird nach halbstündiger Einwirkung so tief eingedrungen seyn, daß man eines schnellen und reinen Bruches des Stahles versichert seyn kann, wenn er auch 1/4 Zoll in der Dike hatte. Hr. Jones verschafft sich auf diese Weise, ohne je irgend einen Verlust zu erleiden, Stahlblätter für Federn, für lange Sägen, für stählerne Ringe und dergl.; er schneidet nach demselben Verfahren auch Scheiben, Kreissägen, die Blätter für Scheeren etc. aus. Sind irgend wo Löcher auszubrechen, und ist an diesen Stellen der Stahl diker, so läßt er auf diese die Beize länger einwirken. Zum Schneiden der Blätter wendet er bloß den Hammer und die Scheere, und wenn es sich um Löcher handelt, die Ausschlageisen an. Er glaubt, daß man sich dieses Verfahrens auch mit großem Vortheile bedienen könne, um Namen in die Klingen zu äzen.

Mallat's neue Tretvorrichtung für Drehbänke.

Hr. John. Bened. Mallat, Uhrmacher in Paris, rue du Temple, No. 63, erhielt ein Patent auf einen neuen, durch die Füße in Bewegung zu sezenden Mechanismus, dem er den Namen Moteur-à-pied-Mallat beilegte. Dieser Apparat soll, wenn er an einer Drehbank mit Spizen angebracht wird, den Arbeiter in Stand sezen seine Arbeit in kürzerer Zeit und von einem höheren Grade der Vollendung zu liefern. Der Drehbogen wird durch ein Rad, welches mit dem Fuße getreten wird, in Bewegung gesezt, so daß der Arbeiter freie Hände bekommt, und die Gegenstände runden sich, indem sie sich ohne Erschütterungen zu erleiden und ohne Unterbrechung umdrehen, schneller und genauer ab. Der neue Mechanismus ist selbst in der Uhrmacherei bei der Verfertigung der zerbrechlichsten Theile, von welcher Dimension sie auch seyn mögen, anwendbar. (Mémorial encyclopédique, April 1837.)

Durand's Windmühle.

Man hat in Villejuif bei Paris eine Windmühle erbaut, die sich selbst orientirt und nach dem Winde regulirt. Ihre Aufgabe ist das Wasser aus der Tiefe in ein Reservoir emporzuschaffen, welches mehrere Brunnen mit Wasser versieht. Die ganze Maschinerie ist sehr einfach und sinnreich gebaut, kostete nur 2900 Fr., und liefert in 24 Stunden 1296 Hectoliter Wasser. Ihr Erfinder ist Hr. Amédée Durand, Ingenieur in Paris, rue de l'Abbaye No. 10. (Mémorial encyclopédique.)