Text-Bild-Ansicht Band 65

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Einfluß auf die Passagiere habe. Wir kamen zu diesem Schlüsse, indem wir fanden:

1) Daß die Luft in dem Tunnel zur Zeit der Durchfahrt nicht merklich verunreinigt ist, da dieselbe selbst nach wiederholten Durchfahrten auf chemischem Wege geprüft sich eben so verhalt wie die reine atmosphärische Luft.

2) Daß die Temperatur der Luft im Tunnel, obschon sie allerdings mehr gleichförmig bleibt, als jene der äußeren atmosphärischen Luft, von dieser nicht so sehr abweicht, als man hatte erwarten sollen. Bei dem wärmsten Wetter war die Luft in der Mitte des Tunnels nur um 8° kälter, als die äußere Luft, welche 70° F. hatte, und im Februar, wo die äußere Luft 56° F. hatte, war die Differenz in der Mitte des Tunnels auch nur 8°. Wir sind überzeugt, daß bei dem lezten strengen Winter die Temperatur im Tunnel nie auf den Gefrierpunkt sank.

3) Daß nach den von uns angestellten Versuchen die Feuchtigkeit der Luft im Tunnel noch gleichförmiger ist, als die Temperatur; und daß sie, wenn auch im Allgemeinen etwas stärker als jene der äußeren atmosphärischen Luft, doch nie so bedeutend ist, daß sich die wässerigen Dünste auf die Wagen oder auf die Passagiere ablagern.

4) Daß wir an keiner Stelle des Tunnels saure oder andere schädliche Ausdünstungen oder Effluvien bemerken konnten.

Der Tunnel wird gegenwärtig in seiner Dunkelheit durchfahren, und obschon dieß nicht im Geringsten gefährlich ist, so ist es doch für viele Leute sehr unangenehm, weßhalb man denn auch den Entschluß gefaßt haben soll, Lampen an den Wagen anzustellen.

Das Geräusch, welches die Maschine und der Wagenzug erzeugen, scheint im Tunnel nicht größer zu seyn, als in freier Luft, und nicht den geringsten haltbaren Grund zu Klagen abzugeben. Wir legen unserem Gutachten auch noch jenes des Hrn. Dr. Williamson, eines der ersten Aerzte in Leeds, bei. Es stimmt vollkommen mit unserer Ansicht überein, ja wir zweifeln auch nicht ein Mal an der darin ausgesprochenen Meinung, daß das Fahren auf den Eisenbahnen der Gesundheit mancher kränklicher Personen, namentlich bei leichten Brustbeschwerden, zuträglich ist.

Der fragliche Tunnel befindet sich in der Nähe der Stadt Leeds, wo die Eisenbahn ausläuft. Er hat 700 Yards in der Länge, 17 Fuß Höhe und 22 Fuß Weite. Seine Richtung ist beinahe von Osten gen Westen. Die Neigung seines Bodens beträgt 1 in 300. Zu seiner Ventilirung dienen gegenwärtig drei in ungleicher Entfernung von einander angebrachte Schachte, von denen der westlichste