Text-Bild-Ansicht Band 67

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des Umfanges des Letterncylinders zur Vertheilungsoberfläche der Schwärze mache, und zugleich auch die Zahl der Drukwalzen und ihrer Schwarzwalzen vermehre, um dadurch die Abdrüke zu vermehren.

LXXIV. Eine Goldlegirungswaage; erfunden von Ferd. Oechsle, Mechanicus und Goldcontroleur in Pforzheim.

Mit einer Abbildung auf Tab. V.

Schon seit geraumer Zeit legte ich mir die Frage vor, ob nicht eine mechanische Vorrichtung möglich sey, vermittelst welcher man die Legirungen des Goldes und des Silbers, ohne Rechnung, richtig vollziehen könnte. Eine dunkle Idee von einer besonders eingerichteten Waage, deren Arme nach Belieben verlängert und verkürzt werden können, sagte mir wohl, daß eine derartige Waage müßte verfertigt werden können.

Es ist mir jezt vollkommen gelungen, eine Waage herzustellen, mit welcher man, ohne Rechnung, Gold oder Silber nach jedem Feingehalte, sowohl aufwärts als abwärts, legiren kann; der Feingehalt des zu legirenden Goldes, so wie dessen absolutes Gewicht können dabei in beliebige Bruchtheile ausgehen.

Die Genauigkeit der Scalen am Waagebalken entspricht 1/16 Karat, was im praktischen Leben oder in Bijouteriefabriken genügen wird. Wollte man die Genauigkeit der Legirung bis auf 1/32 Karat treiben, so läßt sich der Schieber an der Scale noch leicht auf 1/2 Sechzehntel Karat stellen.

Wenn man bedenkt, welche Menge von Zahlen manche Legirungsrechnung erfordert, und wie leicht ein Rechnungsfehler begangen werden kann, so sollte man glauben, eine solche Waage sollte jeder Bijoureriefabrik und jedem Goldarbeiter ein willkommenes Werkzeug seyn, indem man nur 2 Abwägungen zu machen hat, um eine Legirung zu vollziehen, die Menge des zu legirenden Goldes sey groß oder klein.

Diese auf Tab. V abgebildete Waage hat folgende Einrichtung. Der Waagbalken ist 16 Zoll lang, von gleicher Dike, und stark genug, um 2 Pfd. zu tragen, ohne sich zu biegen oder Schaden zu leiden. An beiden Armen sind Schieber angebracht, die sich leicht hin- und herschieben lassen; an jedem Schieber hängt eine Waagschale. Eine dritte kleine Waagschale hängt an dem äußersten Ende des einen Armes, und dient bloß dazu, die leere Waage ins Gleichgewicht zu bringen. Beide Arme des Waagbalkens sind in 24 Karate, und