Text-Bild-Ansicht Band 68

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Einfluß der Gasbeleuchtung auf die Temperatur.

Im lezten äußerst strengen Winter hat man auch in London die bekannte Bemerkung gemacht, daß die Temperatur in der Stadt beinahe immer um 3° F. höher war, als auf dem Lande. Man hat aber auch gefunden, daß die Verschiedenheit der Temperatur des Abends nach Anzündung der Gaslampen noch größer wird, indem die Temperatur beinahe immer um 3 bis 4° F. stieg, wenn die Gaslichter einige Stunden gebrannt hatten. ( Echo du monde savant 1838, No. 14.)

Ueber die Benuzung der Waschwasser der Stärk- und Sazmehlfabriken.

Der von der Société d'encouragement in Bezug auf diesen Gegenstand ausgeschriebene Preis hat im vergangenen Jahre drei Concurrenten angezogen. Der erste derselben schlug vor, die Ablaufwasser (eaux grasses) der Stärkmehlfabriken unter Zusaz von etwas kohlensaurem Natron, welches die darin enthaltene Essigsäure sättigen soll, abzudampfen, um auf diese Weise eine ziemlich große Quantität mehr oder minder veränderten Klebers, der als Schwein- und Hühnerfutter, so wie auch zum Leimen des Papieres in der Bütte dienen könnte, zu gewinnen. Die Prüfungscommission hielt diesen Vorschlag bei der großen Menge der Flüssigkeit, die man zu behandeln hatte, nicht für vortheilhaft. Nach einem weiteren Vorschlage desselben Concurrenten soll man diese Wasser mit Kalkmilch versezen, und den hiedurch entstehenden Niederschlag als einen trefflichen Dünger verwenden. Was die Waschwasser der Sazmehlfabriken betrifft, so empfiehlt ergleichfalls die Anwendung des Kalkes, oder das Absieden derselben mit Kartoffelnschalen. Wenn auch lezteres Verfahren ein brauchbares Viehfutter liefern sollte, so wäre die Frage dadurch doch noch nicht gelöst, indem den Flüssigkeiten ihr höchst unangenehmer Geruch nicht entzogen würde. – Der zweite Concurrent hat schon im Jahre 1835 die Verhütung der Zersezung und Fäulniß dieser Wässer durch Zusaz von Kalk angedeutet, und nunmehr genau angegeben, was zum Gelingen dieses Verfahrens nöthig ist. Die Prüfungscommission hatte im abgelaufenen Jahre nicht mehr Zeit mit dieser Methode, die allerdings die Aufgabe zu lösen scheint, Versuche im Großen anzustellen, und hielt dem Concurrenten seine Rechte bevor. – Der dritte Concurrent schlug vor, die Wässer mit etwas Soda oder Alaun zu versezen: ein Verfahren, welches keineswegs zum Zweke führen kann. (Bulletin de la Société d'encouragement. Decbr. 1837.)

Ueber die Mittel zur Entdekung der Verfälschung des Weizenmehles mit Sazmehl.

Die in dieser Hinsicht von Seite der Société d'encouragement gestellte Preisfrage hat im Jahre 1837 abermal zu keinem Endresultate geführt, obwohl 5 Bewerber um den Preis auftraten. Der Concurrent Nr. 1 kehrte die Frage ganz um, und gibt ein Verfahren an, wodurch sich eine geringe Menge Mehl in einer großen Menge Sazmehl erkennen lassen soll. Er nimmt zwei an dem einen Ende geschlossene Glasröhren von 0,12 Meter Länge und 8 Millimeter im Lichten, theilt sie in 4 gleiche Theile, und füllt die eine bis zum ersten Striche mit Mehl, die anderen hingegen mit Sazmehl, dem nur der hundertste Theil Mehl beigemengt worden ist. Dann gießt er in beide Röhren Aether zu, und schüttelt sie damit, indem er sie mit dem Finger zuhält. In der Röhre mit reinem Mehle klärt sich der Aether hiebei sogleich auf; in jener Röhre hingegen, in der sich das Gemenge befindet, bleibt er einige Zeit über trüb. Mit reinem Sazmehle bleibt der Aether farblos; mit Mehl hingegen nimmt er eine gelbe Farbe an. – Nr. 2 schlägt vor, gleiche Quantitäten reinen und gemischten Mehles vergleichsweise abzuwägen: ein Verfahren, welches schon längst als ungenügend erkannt ist. – Nr. 3 gibt eine noch weniger sichere Methode an, indem er davon ausgeht, daß Sazmehl mit Jod abgerieben eine grauliche, mit Weizenmehl hingegen eine gelbliche Farbe gibt. – Nr. 4 will die Verfälschung erkennen, indem er das zu untersuchende Mehl auf eine heiße Schaufel streut, und hiebei dessen Aufsieden und dessen Färbung beobachtet: ein Verfahren, welches gleichfalls nicht entspricht,