Text-Bild-Ansicht Band 68

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– Nr. 5 endlich schlägt vor, 20 Grammen des zu prüfenden Mehles mit einem Deciliter Wasser anzurühren, und dann die Zeit, welche die Masse braucht, um sich zu Boden zu sezen, zu beobachten. Nach seinen Angaben braucht reines Weizenmehl 60; ein Gemisch mit 5 Proc. Sazmehl 53, ein Gemisch mit 10 Proc. 45; ein solches mit 15 Proc. 39, und endlich eines mit 20 Proc. 32 Minuten. Diese Thatsachen sind allerdings richtig; allein es bedarf noch viel ausgedehnterer Versuche hierüber. Ein durch einfache Vermischung oder selbst durch einfaches Abreiben erzeugtes Gemenge läßt sich allerdings auf diese Weise erkennen; anders verhält sichs aber, wenn die Verfälschung nach der üblichen Methode, nämlich dadurch geschah, daß man Mehl und Sazmehl zugleich durch die Steine laufen ließ. (Bulletin de la Société d'encouragement. Decbr. 1837.)

Champonnois's neue Verbesserungen im Zukersieden.

Hr. Champonnois schreibt an das Bulletin des Sucres, daß er eine wichtige Verbesserung an dem durch continuirliche Circulation arbeitenden Abdampfkessel ausgemittelt habe, welche auf einem directen Rüklaufe des Wassers beruht, und welche sich an allen Apparaten, wie hoch sie sich auch über dem Dampferzeuger befinden mögen, anbringen läßt. Ein hienach verbesserter Angalenq'scher Kessel reicht vollkommen aus, um in 24 Stunden 300 Hectoliter Saft auf 25° einzudiken. – Ferner hat derselbe Fabrikant ein doppelt-wirkendes Abdampf- und Versiedsystem begründet, in Betreff dessen er nach einer im Großen geführten Campagne den Fabrikanten folgende Bedingungen bietet. Der Preis eines Apparates, womit man in 24 Stunden 400 Hectoliter Saft abdampfen und versieden kann, ist vorläufig auf 10,000 Fr. festgesezt. Dagegen garantirt der Erfinder eine Ersparniß von 40 Proc. an dem Brennmateriale, welches die bisher gebräuchlichen, einfach wirkenden Apparate verzehrten. Will man dieß nicht, so verpflichtet sich Hr. Champonnois auch auf seine Kosten und Gefahren den Apparat zu errichten, wenn man ihm bei einer Verarbeitung von täglich 400 Hectoliter Saft oder von jährlich 3 Mill. Kilogr. Runkelrüben drei Jahre hindurch die an Brennmaterial gemachte Ersparniß überläßt. ( Bulletin des Sucres, No. 24.)

Ueber die Menschenmenge, welche die Zukerfabrication in Frankreich beschäftigt.

Die Flandre agricole, welche unermüdet gegen die Besteuerung der französischen Zukerfabrication zu Gunsten der Colonisten ankämpft, enthält einen interessanten Artikel, worin sie darzuthun bemüht ist, welche Ungerechtigkeit man begeht, indem man die Interessen der Mehrzahl jenen der Minderzahl opfert. Die französischen Colonien zählen 360,171 Einwohner, worunter nur 77,146 Freie, unter denen wieder nur 13,000 bei der Zukererzeugung interessirt sind, und zwar Personen, die sämmtlich einer und derselben Classe angehören. Dagegen interessirt die Zukerfabrication in Frankreich drei Classen, nämlich die Fabrikanten, die Grundbesitzer und die Arbeiter. Die Zahl ersterer mit ihren Familien läßt sich auf 4660; jene der Grundbesizer ohne Familie auf 1,086,510; jene der Arbeiter endlich auf 154,000 anschlagen. Dieß gibt in Summa 1,245,170 Individuen, deren Interesse man niedriger anschlägt, als jenes von 13,000 Colonisten. (Bulletin des sucres, No. 22.)

Ueber eine Krankheit des Weines und deren Behandlung.

Hr. Marquis de Foyolle sandte der Société royale et centrale d'agriculture in Paris Proben von Weinen, die im Jahre 1834 und 1836 auf seinen Gütern gekeltert wurden, und verlangte zu wissen, welches Mittel es gegen eine Krankheit gäbe, von der die rothen Weine des lezteren Jahrganges im Dept. de la Dordogne beinahe allgemein befallen sind. Die Weine bleiben hiebei in den Fässern, so lange diese voll sind, vollkommen klar; sobald diese aber auf die hälfte oder 2/3 leer geworden sind, trüben sie sich. Aus einem frischen Fasse vollkommen klar in Gläser gelassen, trüben sie sich, wenn sie 2 bis 3 Stunden der Luft ausgesezt gewesen sind. Hr. Payen fand, daß diese Weine mehr Säure