Text-Bild-Ansicht Band 71

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einen Haupte zum anderen zu gelangen, nothwendig durch die erwähnten kleinen Röhren strömen. In die Seitenwände des Cylinders schneide ich einander gegenüber die beiden Löcher d, d, e, in welche die von der Pumpe an den Kessel führende Speisungsröhre eingesezt ist, damit das kalte Wasser auf seinem Uebergange von der Röhre d in die Röhre e mit den Dampfröhren in Berührung kommt und dadurch erhizt wird. Der obere Theil der Speisungsröhre, welcher sich zwischen den Heizröhren und dem Kessel befindet, ist mit einem Ventile, welches sich gegen den Kessel zu öffnet, ausgestattet.

Es ist klar, daß man denselben Zwek auch auf umgekehrte Weise erreichen kann, d.h. indem man den Dampf durch die kleinen Röhren strömen läßt. Auch kann man anstatt der Röhren Scheidewände anbringen, wo dann in den Zwischenräumen zwischen diesen abwechselnd Dampf und Wasser strömen müßte.

An jenen Locomotiven, an denen der ausgelassene Dampf zum Treiben eines Gebläses verwendet wird, wie dieß an der Eisenbahn zwischen Baltimore und dem Ohio der Fall ist, müßte der Dampf zu diesem Zweke benuzt werden, bevor man ihn in den Heizapparat gelangen läßt. Die hiezu dienlichen Mittel wird jeder Sachverständige selbst zu wählen wissen.

XXXVI. Bericht über eine vom Hrn. Bergdirector Ritter P. Steenstrup in Kongsberg neu construirte Wassersäulenmaschine. Auf Verlangen der königl. norweg. Regierung mitgetheilt von K. Fr. Bòbert.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Im Laufe des vorigen Jahres wurde ich in Vereinigung mit Hrn. Professor Keilhau und Bergmeister Lammers von der kön. norwegischen Regierung beauftragt, das vom Hrn. Bergdirector P. Steenstrup angefertigte Modell einer neu construirten Wassersäulenmaschine in Augenschein zu nehmen und ein Gutachten abzugeben, ob es rathsam seyn möchte, eine danach auszuführende Wassersäulenmaschine bei der Wiederaufnahme des alten Kongsberger Silberbergbaues anzuwenden. Mit Ausnahme einiger der weiter unten anzuführenden Punkte fanden wir uns veranlaßt, den im Berichte des Hrn. Steenstrup ausgesprochenen Ansichten über Wassersäulenmaschinen überhaupt und seinen Erläuterungen über die wichtigsten Theile genannten Modells insbesondere beizupflichten, welches leztere wir im Ganzen so wohl ausgeführt fanden, daß wir glaubten, die Erbauung einer Maschine im Großen danach anempfehlen zu können.