Text-Bild-Ansicht Band 72

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Sir James Anderson's Dampfwagen.

Die Steam Carriage and Waggon Company ließ kürzlich durch ihren Secretär anzeigen, daß sich der Dampfzugwagen des Sir Anderson demnächst in den Straßen von Dublin zeigen werde. Die Gesellschaft scheint mit ihrem Unternehmen ziemlich großartig auftreten zu wollen; wenigstens dürfte dieß aus der Beschreibung eines der Passagierwagen, die Hr. Dawson in Dublin für sie baute, hervorgehen. Es heißt nämlich im Mechanics' Magazine, No. 811: „Die Wagen sehen sehr schön und bequem aus; auch sind sie so gebaut, daß ein Umwerfen derselben beinahe unmöglich ist. Der vordere Kasten, in den man wie gewöhnlich von der Seite einsteigt, enthält weiten Raum für 6 Passagiere, von denen jeder in einer Art von Lehnsessel bequemer sizt, als in den besten Eisenbahnwagen. Der hintere Kasten, in den man von Hinten einsteigt, faßt 10 Personen, obwohl für 12 Raum wäre. Er ist so hoch, daß man aufrecht darin hin und her gehen kann, ohne die zur Seite Sizenden zu belästigen. Er ist sehr gut ventilirt und beleuchtet; auch befindet sich in seiner Mitte ein eigens gebauter Tisch, auf welchem Zeitungsblätter aufgelegt werden sollen. Außen auf dem Kasten herum sind Size für 14 Personen mit Lehnen und Fußbrettern angebracht. Im Ganzen nimmt ein Wagen also 30 Personen auf. Vorne ist für einen Wasserbehälter und für ein Steinkohlenmagazin, welches den Bedarf für eine Station von 10 bis 20 engl. Meilen enthält, gesorgt; am Wagen selbst ist an verschiedenen Stellen Raum für Gepäk bis zu 1 1/2 Tonnen. Hr. Dawson wetteifert im Baue seiner Wagen mit den besten englischen Wagenbauern, und hat auch wirklich schon die Personenwagen für mehrere englische Eisenbahnen geliefert.“

Ueber die für die Beschiffung der oberen Loire bestimmten Dampfboote.

Der Courrier de Saumur und aus diesem das Mémorial encyclopédique enthält folgende Notiz über die Dampfboote, welche zwischen Nantes und Nevers die Loire befahren sollen, und welche einer Gesellschaft angehören, an deren Spize Hr. de Laroche-Jacquelin steht. „Diese Boote, welche ganz aus Eisenblech gebaut sind, zeichnen sich durch große Eleganz und dadurch aus, daß sie leer nur 4 und beladen nur 8 Zoll tief im Wasser gehen. Ihre Geschwindigkeit beträgt stromaufwärts 2 1/2 und stromabwärts mehr dann 4 Stunden in der Zeitstunde. Ihre Maschinen zeichnen sich hauptsächlich dadurch aus, daß sie nur mit einem Druke von 1/10 Atmosphäre arbeiten. Es ist bei diesem niederen Druke nicht nur jede Explosion unmöglich gemacht, sondern man konnte zu den Cylindern, den Kesseln, den Leitungsröhren auch viel dünneres Metall nehmen, als an den gewöhnlichen Maschinen genommen werden muß, wodurch nicht nur die Schwere, sondern auch die Kosten bedeutend vermindert werden. An den Ruderrädern ist gleichfalls eine wesentliche Modification bemerkbar. Die Schaufeln werden nämlich nicht von zwei parallelen Kreisen, die von Radien, welche senkrecht aus der Welle stehen, getragen werden, in ihrer Stellung erhalten, sondern sie befinden sich an concentrischen Kegeln, deren Scheitel das Ende der Welle bildet. Diese leztere tritt demnach nicht mehr aus dem Fahrzeuge hinaus, um in einem schweren Gebälke ihren Stüzpunkt zu finden, sondern sie ruht unmittelbar in den Seitenwänden des Fahrzeuges, wodurch das Gewicht der überschüssigen Wellenlänge und des sie tragenden äußeren Gebälkes exspart wird. – Bei dem ganzen inneren Baue ist das Eisen so verwendet, daß bei größter Leichtigkeit die größte Kraft erzielt ist. Die Cajüten sind nicht in den Schiffraum versenkt, sondern sie ragen über Bord hinaus, so daß die Reisenden also von ihnen aus die Aussicht auf die beiden Ufer genießen können.“

Great-Western-Dampfschiff-Gesellschaft.

Die Eigenthümer des Great-Western-Dampfschiffes hielten im März eine halbjährige Generalversammlung, bei welcher Hr. Claxton den Bericht vortrug. Es geht daraus hervor, daß der Great-Western, das erste Dampfschiff, welches die Gesellschaft zu den Fahrten zwischen England und Nordamerika verwendete, alle ungünstigen Prophezeyungen Lügen gestraft und einen Ertrag abgeworfen hat, wie man sich ihn kaum erwarten durste. Das Schiff ist, nachdem es 36,000 Seemeilen