Text-Bild-Ansicht Band 72

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bedeutend vermindert werden würden; denn daß das sogenannte Schwizen, so wie das Kälken, welches namentlich beim Sohlleder als eine nothwendige Vorbereitung zur bessern Aufnahme der Farbe oder des Gerbestoffes betrachtet wird, im Ganzen genommen höchst nachtheilig auf die Qualität des Leders wirkt, wird vorurtheilsfreien Gerbern, die leicht einen Vergleich mit andern Lederarten, welche diesem Processe nicht unterworfen waren, anstellen können, gewiß hinlänglich bekannt seyn. Wenn nun aber bei dem neuen Mittel das Schwizen und das Kälken zur bessern Aufnahme des Gerbestoffes ganz überflüssig und entbehrlich sind, so muß Jedem der dadurch erzielende Nuzen wohl von selbst klar werden.

Es haben bereits vier praktische Gerber diese Methode befolgt und sich darüber günstig ausgesprochen; zwei besonders geschikte Arbeiter haben ihr Urtheil dahin abgegeben, daß eine mit diesem Mittel behandelte Haut in jeder Beziehung vollkommen untadelhaft ausgefallen, daß, nachdem das Calciumsulfhydrat auf die Haarseite des Felles aufgetragen, etwas eingerieben, und etwa eine Stunde lang damit in Berührung gelassen war, man sämmtliche Haare, selbst die Grundhaare vollständig und außerordentlich leicht habe entfernen können, und daß die so entblößte Narbenseite ein vollkommen fehlerfreies Ansehen darbiete, ohne daß man jemals die Nachtheile, die öfters bei gekälkten Fellen vorkommen, zu befürchten haben werde. Die enthaarte Haut nehme willig und gut die Farbe auf und zeige auch hier durchaus nichts Auffallendes, was etwa Anlaß zu irgend einer Besorgnis geben könne. Die so vorbereiteten Felle sind nun auf die gewöhnliche Weise dem Gerbungsprocesse unterworfen worden, und wir erwarten mit Zuversicht ein günstiges Resultat, über welches seiner Zeit Böttger das Nähere veröffentlichen wird.

Wir möchten die hiesigen Gerber auffordern, in dieser Beziehung ebenfalls Versuche machen zu wollen, denn um die Nachtheile des Schwizens zu beseitigen, lohnt es sich doch wohl der Mühe, etwas zu thun.

LXXXVIII. Verbesserte Methode gewisse thierische und vegetabilische Substanzen vor Verwesung zu schüzen, worauf sich Richard Treffy, Chemiker in Manchester, am 23. Jul. 1838 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of arts. April 1839, S. 16.

Meine Methode thierische und vegetabilische Substanzen vor Verwesung zu schüzen besteht darin, daß ich dieselben mit gewissen Auflösungen