Text-Bild-Ansicht Band 72

Bild:
<< vorherige Seite

Statistik von Paris.

Wir entnehmen aus der Rede, womit der Seine-Präfect, Graf Rambuteau, am 22. Decbr. 1838 die Versammlung des Handelsausschusses eröffnete, folgende, auf die Statistik von Paris bezügliche Daten. Die Bevölkerung von Paris hat sich in den lezten 5 Jahren um 130,000 Seelen vermehrt; und dessen ungeachtet hat sich die Zahl der Armen im Vergleiche mit der lezten Zählung um 18,711 Individuen vermindert. Im Jahre 1832 standen 5508 Wohnungen leer; im J. 1838 nur 5028; im J. 1832 wurden 1734; im J. 1837 2132, und im J. 1838 sogar 2460 Baulicenzen ertheilt; wirklich im Baue waren im J. 1838 520; im J. 1832 nur 270 Gebäude. Im J. 1832 genossen kaum 20,000 Zöglinge in den Primärschulen Unterricht; gegenwärtig ist deren Zahl bis auf 36,000 angewachsen. Die seit 1833 errichteten vier Bau- und Zeichnungsschulen werden von 3500 Zöglingen besucht, und außerdem werden die Abendstunden in diesen Schulen von 4000 Erwachsenen frequentirt. – Im J. 1832 trugen im Dep. de la Seine die 56,674 Patente 6,275,579 Fr.; im J. 1838 warfen die Steuerrollen von 73,281 Patenten 8,321,254 Fr. ab. – Die Einkünfte von der Stadtmauth haben sich gegen das J. 1834 beinahe um 760,000 Fr. vermehrt, und dürften am Schlusse von 1838 die Summe von 31 Mill. Fr. erreichen. – Im J. 1837 betrug die Summe von 166,272 in der Sparkasse gemachten Einlagen 22,220,736 Fr.; im J. 1838 machten 198,198 Einlagen, wovon 2/3 von Arbeitern und Taglöhnern herrührten, ein Capital von 27,294,440 Fr. – Nicht minder günstig zeigte sich das Verhältniß beim Ausfuhrhandel; denn während im J. 1832 für 92,000 Ausfuhren ein Werth von 66,910,000 Fr.; im J. 1837 für 140,358 Ausfuhren ein Werth von 94,065,200 Fr. declarirt worden, betrugen schon in den ersten 10 Monaten des J. 1838 139,530 Ausfuhren den Werth von 99,624,672 Fr., so daß sich für das ganze Jahr eine Ausfuhr im Werthe von 119,549,606 Fr. berechnen dürfte. In den 11 ersten Monaten des J. 1837 wurden 522 Fallimente erklärt; in denselben Monaten des J. 1838 nur 396. (France industrielle, No. 78.)

Die Spinnereibesizer Strutt und Arkwright.

In einem Werkchen, welches Hr. Gardener unter dem Titel: Music and Friends herausgab, findet man folgende Notizen über die Strutt's und Arkwright's, welche die englische Baumwollspinnerei auf eine so hohe Stufe brachten. „John, der Sohn George Strutt's, welcher in Belper wohnt, hat den feinsten Geschmak in der Musik, und hat seine ganze Gegend auch in musikalischer Einsicht so berühmt gemacht, als es nur irgend ein Ort in Deutschland in diesem Fache seyn kann. Er hat aus seinen Fabrikarbeitern ein Orchester von mehr dann 40 Individuen und auch einen Sängerchor gebildet. Alle diese Individuen ließ er durch tüchtige Meister unterrichten, wobei ihnen die Unterrichts- und Exercirstunden als Arbeitsstunden angerechnet wurden. Da viele von den Arbeitern, nachdem sie sich in der Musik ausgebildet hatten, die Fabrik verließen, um sich als Musiklehrer zu etabliren, und da hiedurch das Orchester öfter in Verlegenheiten kam, so mußten sich die am Orchester teilnehmenden Individuen für 7 Jahre engagiren. Nicht selten läßt der mildthätige Fabrikbesizer sein ganzes Musikchor an benachbarten Orten zu wohlthätigen Zweken spielen; und zu diesem Zweke hat er einen eigenen Wagen erfunden, auf den die Musikalien gepakt werden, während er für die Musiker eigene Omnibus hält. Ebenso erscheint er in den Opern und Concerten, welche in der Nachbarschaft gegeben werden, häufig mit einem halben Duzend seiner tüchtigsten musikalischen Arbeiter, um deren Geschmak auszubilden. Von dem Werthe des Besizthumes der HHrn. Strutt mag man sich einen Begriff machen, wenn man bedenkt, daß der Chef des Hauses, als er sich im J. 1820 von den Geschäften zurükziehen wollte, dem Käufer 150,000 Pfd. St. von dem Schäzungswerthe nachlassen wollte! – Ein ebenso großer Freund der Musik ist der dermalige Hr. Arkwright, welcher zu den reichsten Männern in Europa gehört. Um nur ein Beispiel von seinem Reichthume zu geben, wird angeführt, daß er am Weihnachtstage einst seine 10 Söhne und Töchter um sich zu einem Frühstüke versammelte, bei welchem jedes Mitglied eine Note von 10,000 Pfd. St. unter der Serviette fand. Solche Geschenke hat er seither einigemale wiederholt.“ (Mechanics' Magazine, No. 802.)