Text-Bild-Ansicht Band 72

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oder kleiner wird, je nach der Geschwindigkeit oder Streke, welche jeder Theil einer jeden Schaufel innerhalb einer gegebenen Zeit durchläuft. Es ist von Belang, daß der Druk auf die Spindeln der respectiven Schaufeln so viel als möglich ausgeglichen werde, damit so viel als möglich einer gewaltsamen Einwirkung auf die Stangen, welche die Stellung der Schaufeln bei ihrer Bewegung im Wasser bedingen, vorgebaut ist. In der Zeichnung sieht man die Schaufeln beiläufig um 3/5 über, und um 2/5 unter ihren respectiven Spindeln, was, wie mir scheint, eine ganz geeignete Anordnung seyn dürfte. Ich weiß, daß man schon viel früher bewegliche Schaufeln, welche an ihren Spindeln balancirt werden sollten, empfahl; allein in diesen Fällen waren dieselben nicht durch eine excentrische Welle und durch Verbindungsstangen in ihrer Bewegung controlirt.

Fig. 14 ist eine seitliche Ansicht; Fig. 15 eine von der schmalen Seite genommene Ansicht eines Ruderrades, an welchem einige andere meiner Verbesserungen angebracht sind, und von denen man in Fig. 16 und 17 einige Theile in etwas größerem Maaßstabe abgebildet sieht. Was die excentrische Welle, die Stangen und den Ring c betrifft, so sind diese Theile den oben beschriebenen ähnlich, und aus diesem Grunde hier auch mit den früher gebrauchten Buchstaben bezeichnet. Der Unterschied ist nur, daß hier die Winkel, unter denen die Schaufeln in das Wasser ein- und aus demselben austreten, um einige Grade abgeändert werden können, um der Geschwindigkeit des Fahrzeuges und der Zahl der Hube, welche die Maschine innerhalb einer bestimmten Zeit macht, zu entsprechen. Diese Veränderung ist nämlich möglich, indem die Stellung der excentrischen Welle verändert werden kann, wenn man dieß wegen eines Wechsels in der Last und eines hiedurch bedingten Wechsels in der Wassertracht, oder deßwegen nothwendig erachten sollte, weil die Maschinen verhindert sind die gewöhnliche Anzahl von Huben zu vollbringen, oder weil das Fahrzeug nicht mit jener Geschwindigkeit getrieben wird, für welche die Winkel, unter denen die Schaufeln ein- und austreten, als die vortheilhaftesten berechnet wurden. Bemerken muß ich, daß nach unseren dermaligen Kenntnissen angenommen ist, daß jede Schaufel so eingerichtet seyn und so gesteuert werden soll, daß sie unter einer Tangente der Cykloide, die von einem ungefähr in der Mitte der Schaufel befindlichen Punkte beschrieben wird, in das Wasser ein- und aus ihm austreten kann. Ob diese Theorie richtig ist oder nicht, ist für meine Erfindung nicht von Belang; denn durch sie ist der Mechaniker in Stand gesezt, ein Rad zu erzeugen, dessen Schaufeln sowohl beim Ein- als beim Austritte so controlirt werden können, daß sie sich unter Winkel stellen, die