Text-Bild-Ansicht Band 72

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vorgekommen. – 11) Es wurde ferner ein Versuch mit einer zölligen Röhre von beinahe 2 engl. Meilen Länge, welche so gebogen war, daß sie auf denselben Punkt, von dem sie auslief, zurükkehrte, angestellt. Ein an dem einen Ende angebrachter Druk, welcher einer Wassersäule von 7 Zoll gleichkam, wurde an dem anderen Ende in 15 Secunden bemerkbar. – 12) Die Geseze, welche von ausgezeichneten Physikern über den Widerstand, den die Luftarten in Röhren erleiden, ausgemittelt wurden, scheinen auf gegenwärtig vorliegende Frage nicht ganz anwendbar; jedenfalls dürften erst Versuche, die in größerem Maaßstabe angestellt wurden, entscheiden. – Hr. Crosley hat in der Polytechnic Institution zu London ein Modell seines Telegraphen niedergelegt.

Beale's Patent-Luftlicht (Patent-Air-Light).

Unsere Zeit, in welcher allerwärts Finsterlinge aller Art die alte Finsterniß wieder herauf zu beschwören bemüht sind, zeichnet sich eben so sehr durch die vielen künstlichen Lichter aus, welche fortwährend erfunden werden. Zu den Erfindern in diesem Fache gehört auch Hr. Beale, der schon vor einigen Jahren ein Patent auf eine Methode nahm, nach welcher Steinkohlentheer und andere wohlfeile öhlige Substanzen dadurch vollkommen verbrannt werden sollten, daß an der Stelle, an der die Verbrennung von Statten ging, ein Luftstrom durch den Brenner getrieben wurde. Die nach diesem Systeme eingerichteten Lampen blieben jedoch wegen des üblen Geruches, den der Theer und die sonstigen zu ihrer Speisung verwendeten Stoffe verbreiteten, bloß auf Orte beschränkt, wo man sich wenig aus diesem Uebelstande machte. Neuerlich ging Hr. Beale jedoch auf Antrieb des Hrn. de Mourier tiefer auf die Theorie seiner Erfindung ein, und in Folge seiner hierauf bezüglichen Forschungen gelang es ihm endlich auch, seinen Apparat so zu vervollkommnen, daß er nunmehr aus Oehl von allen Arten Gas erzeugt, welches unter Vermengung mit atmosphärischer Luft ohne Verbreitung irgend eines unangenehmen Geruches mit ganz hellem klarem Licht brennt. Der Luftstrom wird den Lampen durch einen doppelten Blasbalg, welcher dem Blasbalge einer Orgel ähnlich ist, und durch ein Gewicht oder eine Feder in Bewegung erhalten wird, zugeführt. Diese neue Beleuchtung soll, wie das Mechanics' Magazine angibt, um die Hälfte wohlfeiler kommen, als jene mit Gas.

Schafhäutl's verbesserter Apparat zum Puddliren des Eisens.

Das Puddliren wird von den Hüttenarbeitern gewöhnlich mit Hülfe einer langen Stange, womit sie die Luppen fortwährend umbrechen, bis die ganze Metallmasse in einen teigartigen Klumpen oder Ballen gearbeitet worden, vollbracht. Damit die Masse durch und durch eine gleiche Bearbeitung bekomme, wird große Sorgfalt und Gewandtheit erfordert, abgesehen davon, daß eine gleichmäßige Temperatur unterhalten werden muß. Unter diesen Umständen kann man den Puddliröfen nur einen geringen Umfang geben, und auch nur eine kleine Masse auf einmal verarbeiten lassen, weil eine größere Masse eine für die Arbeiter unausstehliche Hize verbreiten würde. Hr. Schafhäutl schlägt nun in dem Patente, welches er am 13. Junius 1836 nahm, vor, die Puddlirstange nicht durch Menschenhände, sondern durch eine Maschine bewegen zu lassen. Die Stange muß sich gleichmäßig und in horizontaler Richtung durch die Masse hin- und herbewegen; und dieß soll bewerkstelligt werden, indem man sie durch ein kleines in dem Ofenthürchen angebrachtes Loch führt, und die Triebkraft auf deren äußeres Ende wie auf einen Hebel wirken läßt. Damit der Hebel besser arbeite, soll er sich auf einer senkrechten Spindel drehen; und damit er sich in dem Ofen aus- und einschieben lasse, soll er an einem Schwingrahmen, der mit einer Kurbel und mit Hebeln in Bewegung gesezt wird, aufgezogen seyn. Als seine Erfindung erklärt der Patentträger die mechanische Bewegung der Puddlirstange im Allgemeinen und die Anwendung von Thürchen oder Dämpfern unter dem Ofen, um dadurch die Hize im Ofen reguliren zu können. Man kann bei dieser Anordnung die Oefen größer bauen, und eine größere Masse Metall auf einmal verarbeiten. (London Journal. April 1839.)