Text-Bild-Ansicht Band 72

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Silber entfernt, welches noch keine Verbindung eingegangen hat. Dazu genügt es, das Papier in eine hinreichende Menge Wasser zu tauchen und gut auszuwaschen; nachdem man es dann gut getroknet hat, jedoch ohne Wärme, wirkt das Licht nicht mehr darauf. Will man dieses Papier aber nicht gerade in einem bestimmten und unveränderlichen Zustande von Färbung aufbewahren, so genügt es dasselbe im Schatten in einer Mappe eingelegt zu lassen und es nur bei künstlichem Lichte zu betrachten, besonders während der ersten Tage nach seiner Zubereitung. Mit der Zeit wird nämlich seine Empfindlichkeit immer schwächer und zulezt ist sie nur mehr sehr langsam erregbar. Hr. Daguerre hat bemerkt, daß das Auswaschen nicht bei jedem Papierzeug gleich wirksam ist; da ihm jedoch dieses Papier nicht alle für die Kunst wünschbaren Eigenschaften darbot, so hielt er es für unnöthig sich länger damit zu beschäftigen.

Ein solches Papier zeigt nothwendig die verschiedene Intensität des Lichts durch die Stärke der Färbung an; wenn man es folglich für die Tafel der Camera obscura anwendet, so werden sich die hellen Gegenstände, z.B. der Himmel, schwarz darstellen und die schwarzen Gegenstände, wie die Bäume, ganz weiß bleiben. Das Verfahren hingegen, wonach Hr. Daguerre gegenwärtig die Tafeln für seine Bilder zubereitet, hat diesen Uebelstand nicht, und einer seiner Hauptvorzüge besteht gerade darin, daß sich die Abstufung in den Tönen der Luftperspective mit außerordentlicher Zartheit wiedergibt, so wie sie der Zustand der Atmosphäre in dem Augenblike, wo das Gemälde gemacht wird, erheischt.

Jede Flüssigkeit, welche man anstatt des sauer geworbenen Salzäthers vor dem salpetersauren Silber auf das Papier aufträgt, veranlaßt eine Färbung von verschiedenem Tone und eine größere oder geringere Empfindlichkeit des Papiers. Selbst die Beschaffenheit des Zeugs, woraus das Papier verfertigt wurde, ob es geleimt oder nicht geleimt wurde, veranlaßt Verschiedenheiten in den Nüancen. Den Fortschritt der Färbung kann man aber in allen Fällen und zu jeder Zeit aufhalten, indem man das Papier in ein Buch einlegt und darin beschwert, so daß es gegen Licht und Luft geschüzt ist.

Hr. Daguerre hat gefunden, daß die Intensität der Färbung, sowie ihr Fortschritt, sehr von der Beschaffenheit der durchsichtigen, gefärbten oder farblosen Gläser abhängt, durch welche man das directe oder zerstreute Sonnenlicht auf so zubereitetes Papier fallen läßt. Indem er endlich durch verschieden gefärbte Gläser das Licht auf die noch bei weitem empfindlichere Substanz, womit die Tafeln für seine Gemälde überzogen sind, fallen ließ, erhielt er ganz neue und unerwartete Resultate, deren Bekanntmachung später erfolgen soll.