Text-Bild-Ansicht Band 72

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für das abgelaufene Halbjahr eine Dividende von 5 Proc. auszubezahlen. (Civil Engineer and Arch. Journal. Februar 1839.)

Provis's Versuche über die Strömung des Wassers in Röhren von verschiedener Länge.

Hr. W. A. Provis legte der Institution of Civil Engineers eine Abhandlung vor, in der er die Resultate von 208 Versuchen, die er über das Strömen von Wasser durch halbzöllige Röhren von 100, 80, 60 und 40 Fuß und bei 35, 30, 24, 18, 12 und 6 Zoll Wassersäule vornahm, zusammenstellte. Aus diesen Versuchen, welche in 12 sorgfältig ausgearbeiteten Tabellen gesammelt sind, ergibt sich, daß in horizontalen Röhren die ausfließende Wassermenge sich beinahe umgekehrt wie die Quadratwurzel der Länge verhält. Die größte Abweichung von dieser Regel findet bei der geringsten Röhrenlänge und der höchsten Wassersäule Statt. Bei Röhren mit Gefäll ist der Ausfluß an längeren Röhren größer als an kürzeren. Die durch eine Zunahme der Höhe der Wassersäule bedingte Vermehrung des Ausflusses findet an den längeren und kürzeren Röhren beinahe in gleichem Verhältnisse Statt. (Civil Eng. and Archit. Journal.)

Jacobi's Verfahren sich durch den Galvanismus Kupferplatten mit erhabenen Mustern zu verschaffen.

Hr. Jacobi hat die interessante Entdekung gemacht, auf sehr einfache Weise durch den Galvanismus Kupferplatten zu erhalten, worauf sich dasjenige erhaben darstellt, was im Originale vertieft gravirt ist. Das Verfahren besteht in Folgendem: Ein in zwei Hälften getheilter hölzerner Kasten, dessen Abtheilung aus schwach gebranntem Thone besteht, wird in der einen Hälfte mit Wasser nebst schwacher Beimischung von Schwefelsäure und in der anderen mit einer Auflösung von blauem Kupfervitriole gefüllt. In die erste Abtheilung stellt man eine Zinkplatte, in die zweite eine kupferne Platte, welche mit ihrer gravirten Seite zum Zink gewandt ist. Sobald nun diese beiden Platten durch einen langen schraubenförmigen Draht in Verbindung gebracht werden, beginnt die Entwikelung der galvanischen Elektricität, welche von einer Platte zur anderen übergeht. Zugleich beginnt der chemische Proceß: der Zink löst sich langsam allmählich in der Flüssigkeit auf; dagegen scheidet sich das im Kupfervitriol enthaltene Kupfer in metallischer Form aus. Ist der Draht zu dik oder zu kurz, so erscheint das Kupfer als Pulver oder in Form grober Kügelchen; hat der Draht aber die gehörige Länge, so bedekt sich die gravirte Kupferplatte mit dem Niederschlage von metallischem Kupfer, welches alle durch den Graveur gemachten Vertiefungen füllt, allmählich anwächst und jede beliebige Dike erhalten kann. Die Wirkung dieses Apparates erfordert wenig Beaufsichtigung; man braucht nur alle 8 oder 12 Stunden etwas Kupfervitriol nachzutragen. Die große Schwierigkeit besteht aber in der Trennung der neu gebildeten Kupferplatte von der gravirten. Dabei ist die größte Vorsicht nöthig, sowohl um die erstere nicht zu zerbrechen, als auch um leztere nicht zu beschädigen. Oft, wenn der Verbindungsdraht nicht die gehörige Proportion hat, vereinigt sich der gebildete Niederschlag so fest mit der gravirten Platte, daß er an einzelnen Stellen, oder sogar mit seiner ganzen Oberfläche gleichsam mit derselben zusammenwächst und auf keine Weise mehr getrennt werden kann.

Das Lantan, ein neues Metall.

Berzelius schrieb an Pelouze, daß Mosander kürzlich den Cerit von Bastnas, worin vor 36 Jahren das Cerium entdekt wurde, wiederholt untersuchte und darin ein neues Metall entdekte. Das Ceriumoxyd, welches man nach dem gewöhnlichen Verfahren aus dem Cent darstellt, enthält beiläufig zwei Fünftel seines Gewichts von dem Oxyde des neuen Metalls, durch welches die Eigenschaften des Ceriums nur wenig verändert werden, und das sich darin gleichsam verborgen hält. Aus diesem Grunde nannte Mosander das neue Metall Lantan.

Um es zu erhalten, glüht man das mit salpetersaurem Cerium vermengte