Text-Bild-Ansicht Band 72

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salpetersaure Lantan aus. Das Ceriumoxyd verliert dadurch seine Auflöslichkeit in schwachen Säuren und das Lantanoxyd, welches eine sehr starke Basis ist, kann durch Salpetersäure, die mit 100 Theilen Wasser verdünnt ist, ausgezogen werden.

Das Lantanoxyd wird durch Kalium nicht reducirt, lezteres scheidet aber aus dem Chlorlantan ein graues metallisches Pulver ab, welches sich im Wasser unter Entbindung von Wasserstoffgas oxydirt, indem es sich in weißes Hydrat verwandelt.

Schwefellantan erhält man, wenn man das Oxyd im Schwefelkohlenstoff-Dampfe stark erhizt. Es ist blaßgelb, zersezt das Wasser unter Entbindung von Schwefelwasserstoffgas und verwandelt sich dabei in Hydrat.

Das Lantanoxyd hat eine ziegelrothe Farbe, welche nicht durch einen Gehalt; von Ceriumoxyd hervorgebracht zu seyn scheint. In heißem Wasser verwandelt es sich in ein weißes Hydrat, welches ein durch Säuren geröthetes Lakmuspapier bläut. In einem Ueberschusse von Säuren, selbst sehr verdünnten, löst es sich leicht auf; es ist sehr geneigt, basische Salze zu bilden.

Die Lantansalze haben einen zusammenziehenden, dabei aber gar nicht süßen Geschmak. Ihre Krystalle sind gewöhnlich rosenroth. Schwefelsaures Kali fällt sie nur dann, wenn sie mit Ceriumsalzen vermengt sind.

Das Atomgewicht des Lantans ist niedriger als das des Ceriums. (Echo du monde savant, No. 420.)

Pyrophorischer Absaz in den kupfernen Gasleitungsröhren.

Hr. Meyniel hat in Paris die Beobachtung gemacht, daß sich in den kupfernen Gasleitungsröhren nach zweijährigem Gebrauche ein lokeres Pulver abgesezt hatte, welches sich an der Luft von selbst entzündete. Schon Davy soll dieses beobachtet und einer Bildung von knallsaurem Kupferoxyd (wegen des Ammoniakgehaltes im Steinkohlengase) zugeschrieben haben. Da dieser Umstand bei Reparaturen die Arbeiter sehr gefährden kann, so dürften kupferne Gasleitungsröhren ganz zu verwerfen und durch eiserne zu ersezen seyn. (Journal de Chimie médicale, Jul. 1838.)

Ueber das Schwarzwerden des Höllensteines.

Das Schwarzwerden des Höllensteines wird von einigen der Gegenwart einer gewissen Menge Kupferoxyd, welche durch Zersezung des gewöhnlich im Höllensteine enthaltenen salpetersauren Kupfers entsteht; von anderen der Reduction eines Theiles des Silbers durch die Fette, womit man die Gießmodel auszustreichen pflegt; von der Mehrzahl endlich der reducirenden Wirkung des Lichtes zugeschrieben. Hr. Scanlan theilte hierüber der British Association im August 1838 Folgendes mit. Dr. John Davy empfahl vor einigen Jahren die Anwendung des salpetersauren Silbers zur Entdekung von organischen Stoffen in destillirtem Wasser. Er zeigte, daß wenn man salpetersaures Silber, welches in vollkommen reinem Wasser aufgelöst worden, der Einwirkung des Lichtes aussezt, keine Veränderung entsteht; daß hingegen eine Schwärzung eintritt, wenn das Wasser auch nur eine Spur von organischen Stoffen enthält. Da sich hieraus entnehmen ließ, daß das salpetersaure Silber in festem Zustande an dem Lichte keine Veränderung erleiden müßte, ausgenommen, wenn es zugleich mit organischen Stoffen in Berührung stünde, so ward folgender Versuch von Hrn. Scanlan vorgenommen. Er nahm zwei Cylinder vollkommen reinen und frisch geschmolzenen salpetersauren Silbers, wikelte den einen in Papier, und brachte den anderen, ehe er noch mit einem organischen Stoffe in Berührung gekommen war, in eine Glasröhre, welche er vor dem Löthrohre zuschmolz. Nach drei Tagen ward der eine Cylinder aus dem Papiere genommen, und gleichfalls in eine Glasröhre gebracht, die vor dem Löthrohre zugeschmolzen wurde. Beide Röhren wurden hierauf den Lichtstrahlen ausgesezt; nach einer Stunde schon war der Höllenstein, der in Papier eingewikelt gewesen, ganz schwarz geworden, während der andere selbst nach 6 Wochen noch keine Farbenveränderung erlitten hatte. An der Luft wird der Höllenstein, selbst wenn er nicht in einen organischen Stoff eingewikelt ist, bald schwarz, was theils dem in der Luft enthaltenen Schwefelwasserstoffe, theils den in ihr schwebenden Staubtheilchen zuzuschreiben ist. (Journal de Pharmacie, Decbr. 1838.)