Text-Bild-Ansicht Band 73

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Das eiserne Segelschiff Ironsides,

welches in Liverpool erbaut worden, und das erste derlei Schiff ist, welches eine größere Seefahrt wagte, hat von England aus in der kurzen Zeit von 47 Tagen Pernambuco erreicht. Die Besorgnisse, welche man wegen des Compasses hegte, erwiesen sich als grundlos, denn die Magnetnadel zeigte während der ganzen Fahrt vollkommen richtig. (Mechanics' Magazine, No. 813.)

Ueber Laignel's Curvensystem für Eisenbahnen.

Während in Frankreich, schreibt das Mémorial encyclopédique, die Verwaltung des Straßen- und Brükenbaues das von Laignel angegebene Eisenbahnsystem mit Curven von kleinem Radius, ohne eine gründliche Untersuchung desselben angestellt zu haben, verwirft, und den Eisenbahngesellschaften dessen Annahme untersagt, machte man in Belgien eine gelungene Anwendung davon an der Curve, welche die Bahn von Brüssel bei Chalins mit jener von Gent verbindet. Aus einem Berichte der von der belgischen Regierung hierüber niedergelegten Commission geht nämlich hervor, daß die mit kleinem Radius angelegten Curven mit großen und kleinen Geschwindigkeiten von beladenen und aus einer ziemlich bedeutenden Anzahl von Wagen bestehenden Wagenzügen befahren werden können, ohne daß die Kleinheit des Radius irgend ein Hinderniß zu veranlassen scheint. Dieser positiven Schlußfolgerungen ungeachtet hat sich die Commission neue Versuche mit dem Curvensysteme vorbehalten, und zwar an Rampen oder Gefallen mit 5 Millimeter im Meter. Hr. Laignel weist nach, daß nach seinem Systeme je nach dem Raume, den die Wagen einnehmen, 9 Zehntheile dieses Raumes in gerader Linie und ohne Gefäll, und nur ein Zehntheil mit Curve und Gefäll durchlaufen werden. Das Bewegungsmoment, welches die Wagen am Ende der geraden Bahn erlangt haben, kommt hiebei ganz zu Nuzen. Wenn man an einer Rampe statt einer einzigen Curve zwei oder mehrere Abtheilungen anbringt, so wird der Raum verhältnißmäßig vermindert und mithin auch die Zahl der dem Widerstande ausgesezten Wagen in einem solchen Grade, daß dieser Widerstand beinahe ganz verschwindet.

Glynn's Maschine zum Absägen der Schienen für Eisenbahnen.

Hr. Joseph Glynn legte der Institution of Civil-Engineers in ihrer Versammlung vom 26. März l. J. die Beschreibung einer Methode vor, nach welcher man dermalen an den Eisenwerken von Butterley die für die Midland Counties-Eisenbahn bestimmten Schienen an ihren Enden abzuschneiden pflegt. Das Civ. Engin. and Archit. Journal gibt in seinem neuesten Maihefte folgenden Auszug aus dieser Beschreibung. „Die Vortheile, die es bringt, wenn die für die Eisenbahnen bestimmten Schienen an ihren Enden rechtwinkelig abgeschnitten sind, und also genau an einander passen, sind so groß, daß man diesen Zwek schon auf mehrfache Weise zu erreichen bemüht war. Gewöhnlich werden die unebenen Enden der aus den Walzen kommenden Schienen einzeln erhizt und dann mit der Rundsage abgeschnitten. Die auf solche Art erzielte Genauigkeit hängt daher davon ab, ob der Arbeiter die Schiene der Säge so darbietet, daß sie mit der Fläche der Säge rechte Winkel bildet. Da durchaus nicht mit Sicherheit hierauf zu zahlen ist, so hat man an den genannten Eisenwerken folgende Einrichtung getroffen. Die Welle der Sägen und das Lager der Maschine, welches jener einer Drehebank ähnlich ist, sind mit der Linie der Walzen, in denen die Schienen erzeugt werden, unter rechten Winkeln gestellt. Die Sägen sind in Häuptern fixirt und lassen sich auf dem Lager verschieben, damit man sie so stellen kann, daß sie die Schienen genau in der gewünschten Länge abschneiden. Die Sägeblätter haben drei Fuß im Durchmesser und 1/8 Zoll Dike, und laufen in jeder Minute 1000 Mal um. Ihre Kähne, welche dieselbe Größe haben, wie an den für Holz bestimmten Rundsägen, stehen mit dem heißen Eisen zu kurze Zeit über in Berührung, als daß sie eine Beschädigung erleiden könnten; zu noch größerer Sicherheit taucht aber der untere Rand der Säge in ein mit Wasser gefülltes Schälchen unter. Die Sägeblätter werden zwischen zwei gußeisernen mit Kupfer besezten Scheiben von solcher Größe festgehalten, daß nur der zum Durchschneiden der Schienen nöthige Theil des Sägeblattes über sie hervorragt. Die Schiene wird bei ihrem