Text-Bild-Ansicht Band 73

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Wasser zu benuzen. Die Versuche gelangen auch wirklich) nur wurde die Wolle in Kürze dienstuntauglich. Er versuchte daher die Anwendung der beim Scheeren des Tuches sich ergebenden Wollenabfälle, und mit diesen richtet er nun wirklich Apparate ein, die viel wirksamer sind, nicht so leicht in Unordnung gerathen und viel wohlfeiler zu stehen kommen. Mehrere Anstalten sollen sich bereits solcher Apparate zum Filtriren des Wassers bedienen. (Mémorial encyclopédique. Februar 1839.)

Papier aus den Fasern der Bananenstämme.

Die France industrielle enthält einen Aufruf an die französischen Colonisten Indiens, worin ihnen ans Herz gelegt wird, sich auf Erzeugung eines Productes zu verlegen, welches ein treffliches Material zu Papier abgibt, und ihnen aus der Bedrängniß, in welche sie durch den Aufschwung der Runkelrübenzuker, Fabrikation kamen, helfen könnte. Es handelt sich nämlich um die Ausbreitung der Cultur einer Pflanze, die dermalen in allen Tropenländern ihrer Früchte wegen an jedem Hause gezogen wird, die zugleich aber auch in ihren Stämmen und Blättern einen Faserstoff enthält, welcher ein treffliches Material zur Papierfabrication liefert. Diese Pflanze ist die Banane oder der Pisang (Musa paradisiaca). Die Versuche, welche Hr. Delatouche in Paris über die Verarbeitung dieses Faserstoffes zu Papier anstellte, ergaben so günstige Resultate, daß er demselben sowohl in seiner Anwendung für sich allein, als auch mit Lumpen und Baumwolle gemengt, ein ausgedehntes Feld für die Zukunft prophezeyt. Die erzielten Papiere sind viel stärker, geschmeidiger und weniger brüchig als die aus Lumpen und Baumwolle fabricirten, und scheinen vom stärksten Papiere an bis zum chinesischen Papiere herab alle wünschenswerthen Eigenschaften in sich zu vereinen. Vor lezterem hat es namentlich den Vorzug, daß es bei gleicher Feinheit eine außerordentliche Stärke besizt, und dennoch um 30 Proc. wohlfeiler ist. Um den Faserstoff aus den Stämmen und Blättern des Pisang zu gewinnen, bedient man sich der Zukerrohrmühlen, der Walkmühlen, der Pressen mit cannelirten Cylindern, und hierauf zur Beseitigung des Pflanzenparenchymes der Gährung und des Auswaschens in fließendem Wasser. Die Verarbeitung desselben in Zeugmasse geschieht wie die Bereitung des Zeuges aus Lumpen; dasselbe gilt auch vom Bleichen und von der weiteren Behandlung. – Wir bemerken hiezu nur noch, daß man aus den Pisangfasern in den Tropenländern schon längst verschiedene Zeuge und Matten verfertigte, und daß sich hiezu namentlich eine auf den Philippinen einheimische Varietät des Pisang, die deßwegen von den Botanikern auch den Namen Musa textilis beigelegt erhielt, trefflich eignet. Das Klima von Algier dürfte sich zur Anpflanzung dieses schäzbaren Gewächses wahrscheinlich sehr gut eignen.

Anwendung gläserner Stöpsel an den Weinflaschen.

Der Indicateur de Bordeaux berichtet, daß der Vorschlag des Hrn. Eyquem, die Weinflaschen mit gut eingeriebenen gläsernen Stöpseln zu verschließen, bei den Weinhändlern in Bordeaux immer mehr in Gunst kommt, nachdem die ersten Versuche ein sehr günstiges Resultat gegeben haben sollen. Hr. Eyquem hat eine Werkstätte eingerichtet, in welcher die gewöhnlichen Flaschen aus grünem und schwarzgrünem Glase zu diesem Behufe zubereitet werden, und in der bereits die größte Thätigkeit herrscht. (Mémorial encyclopédique. März 1839.)

Colson's Schriftmetall.

Hr. Colson, Graveur und Schriftgießer in Clermond-Ferrand, beschäftigte sich seit langer Zeit mit Erfindung einer Metallmasse, welche sich anstatt des dermalen gebräuchlichen Schriftmetalles verwenden ließe, und dabei, ohne mehr zu kosten, eine größere Härte und eine größere Widerstandskraft böte. Er hatte die Freude, seine Bemühungen durch vollen Erfolg gekrönt zu sehen, und er ist nunmehr, nachdem er seine Erfindung durch ein Patent gesichert, im Stande, alle Drukereien mit Lettern zu versehen, welche in Hinsicht auf Eleganz und Correctheit mit Allem, was man bisher noch in diesem Fache sah, wetteifern, und