Text-Bild-Ansicht Band 73

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wir nur angeben, daß die dampfdichten Gefüge bloß dadurch gebildet sind, daß Metalloberflächen mit einander in Berührung gebracht sind. Der Kessel ist den englischen ähnlich; er zählt aber nur 78 Röhren, während die englischen ihrer 100 bis 140 haben. – Die dem England gesezte Aufgabe war die Streke von Birmingham bis Warrington, welche 80 engl. Meilen beträgt, in 14 Fahrten und mit einer Ladung von 100 Tonnen in 4 Stunden, d.h. mit einer Geschwindigkeit von 20 engl. Meilen in der Zeitstunde zurükzulegen. Er brauchte hiezu im Durchschnitte nur 3 Stunden 50 Minuten, und ohne Anhalten an den Stationen 3 St. 9 Min. bis 3 St. 19 Min. Einmal zog die Maschine die ungeheure Last von 126 Tonnen ohne Beihülfe über die Rampen hinan; nie blieb sie hinter ihrer Aufgabe zurük, und nie kam auch nur das Geringste an ihr in Unordnung. Der Verbrauch an Brennmaterial ist im Vergleiche mit der Leistung sehr gering. Zu bemerken ist auch noch, daß die einzelnen zur Maschine gehörigen Theile vor ihrer Ankunft in Liverpool nie zu einem Ganzen zusammengesezt gewesen, und daß seit der ersten Zusammensezung die Maschine auch nicht mit einem einzigen Werkzeuge angerührt wurde. Die Gesellschaft soll hienach Hrn. Norris Aufträge für 10 weitere derlei Maschinen gegeben haben.“ (Civil Eng. and Archit. Journl. Jul. 1839)

Keile für die Gefügschienenstühle der Eisenbahnen.

In der Sizung, welche die Société d'encouragement am 27. März l. J. hielt, machte Hr. Baron Séguir darauf aufmerksam, daß man sich in England an den Stühlen, welche die Verbindung zwischen den Schienen herstellen, mit bestem Erfolge stark gepreßter Keile aus Tannenholz bediene, und daß hiedurch die durch das Darüberlaufen der Wagen veranlaßten Erschütterungen bedeutend vermindert werden. Hr. Clement Désormes, welcher bei Gelegenheit seiner lezten, nach England unternommenen Reise die Zubereitung dieser Keile kennen lernen wollte, sah in einer Werkstätte eine Dampfmaschine von 10 Pferdekräften verwendet, um das zu dem angedeuteten Zweke bestimmte Holz durch Zieheisen zu ziehen. So wie dieses Holz, welches troken aufbewahrt wird, durch die Feuchtigkeit anschwillt, bildet es Bolsterungen, durch welche es mit größerer Stärke festgehalten wird. Hr. Mallet will von Dr. Lardner gehört haben, daß man das Holz vorher in einen Apparat bringt, in welchem man ein Vacuum erzeugt. Wenn sich hiedurch die Poren des Holzes erweitert haben, so trägt man Oehl in den Apparat ein, welches dann in das Holz eindringt. Endlich zieht man das Holz durch zwei Zieheisen, wodurch dasselbe zuerst an der einen und hierauf an der anderen Seite comprimirt wird. Hr. Baron Séguir bemerkte hiezu, daß Hr. Bréant sich schon vor dem Jahre 1851 desselben Verfahrens bediente, um zur Conservirung des Holzes verschiedene fette oder harzige Stoffe oder auch verschiedene Salze in dasselbe eindringen zu machen. Dielen, welche auf diese Weise behandelt und an dem Pont-Louis-Philippe verwendet worden, haben sich vollkommen gut erhalten. Hr. Payen versichert, daß, wenn man solches Holz unter dem Mikroskope betrachtet, man es in seiner ganzen Dike von den angewendeten Substanzen durchdrungen findet.

Zunahme des Verkehrs und des Handels in Folge der Eisenbahnen.

Hr. James Pein suchte bei Gelegenheit der Debatten, welche in dem engl. Parlamente in Betreff des für Irland vorgeschlagenen, auf Staatskosten auszuführenden Eisenbahnnezes vorkamen, in einem an die Parlamentsmitglieder gerichteten Schreiben den Beweis zu führen, daß die Eisenbahnen, obwohl ursprünglich aus dem Drange eines ungeheuren Verkehres hervorgegangen, in andern Ländern dagegen den Verkehr erst machen. Als Beispiel führt er Irland an, wo der Verkehr und der Handel seit der Einführung der Eisenbahnen in England und der dadurch entstandenen Erleichterung des Absazes der irländischen Landesproducte, in ungeheurem Maaße zunahm. Die Ausfuhr betrug nämlich:

im J. 1825 im J. 1835.
an Ochsen und Kühen Stüke 63,524 98,150
Schafen 72,191 125,452
Schweinen 65,919 376,191