Text-Bild-Ansicht Band 73

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geworden sey, sich mit dem Schnellschüzen besser einschießen ließ und als Kettengarn die Schlichte besser annahm. Auf Ersuchen der Direktion ließ Hr. Olfe in Hannover durch einen seiner Weber das bezeichnete Verfahren in Ausführung bringen. Das Leinengarn wurde wie gewöhnlich mit Buchenasche gekocht, dann in Wasser ausgespült. Ferner wurde ein Viertelpfund Seife in einem Eimer voll Wasser zu Schaum gerieben, hierin das Garn bearbeitet, dasselbe dann an der Luft getroknet und troken wieder gerieben. Es zeigte sich nun so weich, daß es mit dem Schnellschüzen so leicht wie Baumwollengarn verwebt werden konnte; auch beim Schlichten zeigte sich, daß das mit Seife zubereitete Garn die Schlichte leichter und besser annahm als das gewöhnliche nicht zubereitete Garn. (Hannov. Mittheil. 18. Lief., S. 334.)

Rich. Badnall's Verbesserungen in der Teppichfabrication.

Hr. Rich. Badnall, Gentleman von Cotton Hall in der Grafschaft Stafford, nahm am 27. Jun. 1838 ein Patent auf Verbesserungen in der Teppichfabrication. Die Beschreibung dieses Patentes lautet im Wesentlichen, wie folgt. „Ich beabsichtige keine Veränderungen in dem Webeprocesse, sondern schlage bloß vor die Muster, welche die Teppiche bekommen sollen, mit Seide zu erzeugen, anstatt mit Wolle, die in Weiß oder in lichten Farben überhaupt nicht genug Effect und Glanz zeigt. Man kann entweder Seide für sich allein, oder auch in Verbindung mit anderen zur Teppichfabrication dienlichen Stoffen nehmen. Ich winde meine Seide wie gewöhnlich von den Strähnen ab, dublire und zwirne sie und färbe sie sodann. Die weitere Verarbeitung derselben zu den zu erzeugenden Mustern geschieht wie die Verarbeitung des Wollengarnes mit Hülfe des Jacquart oder einer anderen ähnlichen Vorrichtung.“ (London Journal of Arts. Jul. 1839.)

Stead's Straßenpflasterung mit Holz.

Das London Journal enthält in seinem lezten Augusthefte einen Auszug aus der Beschreibung des Patentes, welches sich Hr. David Stead, Kaufmann von Great Winchester Street in der City of London, am 19. Mai 1838 auf eine Pflasterung mit Holz geben ließ, die ihm angeblich von einem Ausländer mitgetheilt worden, und welcher in dem Berichte über die kürzlich in London angestellten Pflasterungsversuche rühmlich erwähnt wird. Der Patentträger verwendet hienach Eichen-, Föhren-, Buchen- oder irgend ein anderes hartes Holz, aus welchem er sechsekige Blöke schneiden läßt. Diese Blöke werden, um ihnen mehr Härte und Dauerhaftigkeit zu geben, mit Theer, welcher in die Poren eindringt und dieselben ausfüllt, gesotten. Man sezt sie, wenn die Straßenunterlage für sie gehörig zugerichtet und vorbereitet worden, senkrecht auf die Faser, und verbindet sie durch Zapfen oder auf irgend andere geeignete Weise mit einander. Die Zwischenräume werden mit Pech oder mit Pech und Sand ausgegossen, was jedoch nicht mit zur Erfindung gehört. Man kann auch drei- und vierseitige Blöke anwenden, in welch lezterem Falle sie jedoch der Diagonale nach quer über die Straße gelegt werden sollen, damit keine bestimmte Verbindungslinie eine plözliche Erschütterung erleiden kann. Weiteres geht aus dem angeführten Journale nicht hervor.

Bericht über Schafzucht in Rußland.

Jeder Fortschritt einer Industrie bringt auch wieder neue Bedürfnisse für dieselbe mit sich. Die veredelte Schafzucht, die nunmehr fast allgemein auf den Gütern der Grundbesizer im südlichen und innern Rußland eingeführt ist, erfordert gegenwärtig von der kaiserlichen Moskau'schen Akerbau-Gesellschaft eine ganz andere Art von Beiwirkung, als es vor zwölf Jahren erforderlich war. Jezt ist es weniger nöthig, die Landwirthe zu Anlagen von Schäfereien aufzumuntern und sie auf die Vortheile, die sie aus ihnen ziehen können, aufmerksam zu machen. Man muß sich vielmehr bemühen, Verbesserungen einzuführen, eine bessere Behandlung der Wolle zu veranlassen, hauptsächlich aber den Wollhandel in einen solchen Zustand zu versezen, welcher, ohne ihn zu einem Monopol zu machen, doch die Schafzüchter rüksichtlich des angewandten Capitals