Text-Bild-Ansicht Band 76

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Röhre am Scheitel oder am Boden des Bottiches eintreten, je nachdem man den Druk von Oben nach Unten, oder von Unten nach Oben wirken lassen will. Die Röhre müßte, um die Communication zwischen dem Behälter der Gerbebrühe und dem Bottiche beliebig unterbrechen oder wieder herstellen zu können, mit entsprechenden Hähnen ausgestattet werden. Zwischen die einzelnen Schichten der Häute wäre Eichenrinde oder ein anderes Gerbematerial zu legen. Am geeignetsten scheint es dem Patentträger, die Gerbebrühe abwechselnd von Unten und von Oben auf die Häute wirken zu lassen, und zwar so lange fort, bis die Häute gahr sind. Der Erfinder behält sich vor, zur Erzeugung eines gehörigen Drukes auch Federn, Schrauben, Gewichte, Kolben und dergl. anzuwenden. (London Journal of arts. April 1840.)

Muster einer neuen englischen Bierfabrication.

Ein Hr. Henry Montague Grover, Buchhalter von Boveney in der Grafschaft Buckingham, erhielt am 26. März 1839 ein Patent auf das Brauen von Bier aus einer neuen, bisher noch nicht zu diesem Zweke verwendeten Substanz. Der Erfinder bemerkt im Eingange der Beschreibung seines Patentes, daß sein Streben hauptsächlich dahin ging, ein Bier oder eine für solches geltende Flüssigkeit herzustellen, welche keine Auflage zu bezahlen hat. Er verwendet zu diesem Behufe den Bart der Gerste, den er in einem Maischbottiche auf die für das Malz gebräuchliche Weise gähren läßt, und aus der er, wie er sagt, durch Zusaz von Zuker, Syrup oder einer anderen zukerhaltigen Substanz eine Würze gewinnt, welche mit Hopfen versotten wird. Der Patentträger scheint sich eine doppelte Illusion zu machen; denn wenn es ihm, was sehr in Zweifel steht, gelingen sollte, Trinker für seine bierartige Flüssigkeit zu gewinnen, so wird auch schon der Fiscus bereit seyn, seine Klauen über ihn auszustreken. Die Vorgänge bei der Runkelrübenzuker-Fabrication könnten ihn in dieser Beziehung hinreichend belehren. (London Journal. April 1840, S. 93.)

Lezter Jahresbericht über den Themsetunnel.

Die Eigenthümer des Themsetunnels hielten am 3. März 1840 in der London Tavern ihre jährliche Versammlung, bei der Hr. B. Hawes den Vorsiz führte und den Bericht erstattete, der nun endlich sehr günstig lautet. Der Bau ist im vergangenen Jahre um 245 Fuß vorwärts geschritten, und nur mehr 60 Fuß von dem Userdamme von Wapping entfernt. Er rükte in der lezten Zeit wöchentlich um 9 Fuß vorwärts, während früher, wo die größeren Schwierigkeiten bestanden, die Woche oft kaum zwei Fuß zu Stande gebracht werden konnten. Die Kosten vermindern sich bei diesem rascheren Fortschreiten des Baues so bedeutend, daß dadurch die durchschnittlich auf jeden Fuß treffenden Kosten eine große Ermäßigung erfahren dürften. Der Bericht, den Hr. Hawes erstattete, hebt besonders hervor, daß der unter der Themse durchgeführte Tunnel und die Festigkeit, mit der er gebaut ist, nun den Beweis von der vollen Thunlichkeit des Brunel'schen Systemes der Eröffnung von Communicationen unter den schiffbaren Flüssen liefere; daß man aber aus den Kosten, welche der Themsetunnel veranlaßte, ja keinen Schluß auf die mit diesem Bausysteme überhaupt verknüpften Kosten ziehen dürfe. Die Direction wird nun demnächst an dem User von Wapping für die Fußgänger den in den Tunnel hinabführenden Schacht herstellen, und hierauf den Fußgängern wenigstens den Gebrauch des Tunnels eröffnen. (London Journal of arts. April 1840.)