Text-Bild-Ansicht Band 76

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brachte Hr. Green den Ballon zuerst zum Schweben; dann sezte er den Apparat abermals, aber nach entgegengesezter Richtung in Bewegung, woraus sich als Folge ergab, daß der Ballon auf den Boden herab gelangte. Bei einem dritten Versuche wurde der Ballon, nachdem ein Leitseil, an dessen Ende ein kleines Messinggewicht befestigt war, an ihm angebracht worden, in Schwebung versezt. Ferner wurden die Flügel unter dem Schiffe weggenommen und an dessen Seite so angebracht, daß sie sich senkrecht bewegten. Als nunmehr die Flügel unter diesen Umständen in Bewegung gesezt worden, segelte der Ballon horizontal und unter Nachziehung des Leitseiles durch das Zimmer, bis das Triebwerk abgelaufen war, wo er sodann stehen blieb. Hr. Green glaubt, daß er mit diesen Mitteln im Stande seyn werde, seine schon lange projectirte Luftschifffahrt nach Amerika auszuführen, und berechnet, daß für seinen großen Ballon Flügel von ungefähr 6 Fuß Länge erforderlich seyn dürften. Die zu deren Bewegung erforderliche Maschinerie hofft er in dem Schiffe unterbringen zu können. Versuche, die er im laufenden Sommer anzustellen beabsichtigt, sollen die Sache zur Reife bringen. (Mechanics' Magazine, No. 868)

Regnault's Verbesserungen an den Telegraphen.

Hr. Regnault stellte der Akademie in Paris am 9. März l. J. ein Modell eines nach seinen Ideen angefertigten Telegraphen vor, an welchem die Signale auf viel einfachere Weise und schneller gegeben werden sollen. Der gewöhnliche Telegraph besteht bekanntlich aus drei beweglichen Stüken, und alle hiemit gebbaren Signale lassen sich in zwei Reihen bringen, je nachdem das mittlere oder Hauptstük waagerecht oder senkrecht steht. Hr. Regnault hat nun schon seit langer Zeit vorgeschlagen, sich auf die auf die waagerechte Stellung bezügliche Reihe von Signalen zu beschränken, und gleichzeitig ein eigenthümliches, von dem Telegraphen unabhängiges Korn oder Visier anzuwenden. Dieses lezteren, dem Hr. Regnault zwei verschiedene Stellungen gibt, soll man sich bedienen, um gleichsam wie mit zwei verschiedenen Schlüsseln in die auf solche Weise verdoppelte Reihe von Signalen einzudringen. Man könnte nach dieser Idee des Hrn. R., die seither wirklich in Anwendung gebracht wurde, die Signalreihe eben so leicht noch weiter vervielfachen. Andererseits war Hr. R. durch Vereinfachung des Mechanismus des Haupttelegraphen im Stande einige neue Combinationen daran anzubringen. Da nämlich der große mittlere Arm horizontal bleibt, so sollen an dessen beiden Enden zwei Anhängsel angebracht werden, von denen jedes unabhängiger Bewegungen theilhaftig ist. Man erhält also auf diese Weise gleichsam zwei gewöhnliche, über einander befindliche, und von einander unabhängige Telegraphen, die bei der Einfachheit des Mechanismus eben so leicht gehandhabt werden können, wie ein gewöhnlicher. Jede dem Instrumente gegebene Stellung theilt sonach zwei Signale mit anstatt einem. Die Commission, welche der Akademie über die Erfindung des Hrn. Regnault zu berichten hatte, ist der Ansicht, daß der neue Telegraph, wenn man ihn auf Signale beschränkt, bei denen keine Unsicherheit obwalten kann, durch die Geschwindigkeit, mit der sich durch ihn communiciren läßt, sehr nüzlich werden könnte. (Comptes rendus, 1840, 1er Sem. No. 10.)

Herschel's Verbesserungen an der Argand'schen Lampe.

Sir J. F. Herschel gibt an, daß er sich seit einigen Jahren an seiner Studirlampe einer sehr einfachen, leicht anwendbaren und keine Kosten veranlassenden Einrichtung bedient, wodurch die Lichtmenge, die ein gewöhnlicher Argand'scher Brenner gibt, sehr erhöht wird. Er erhebt nämlich den gläsernen Rauchfang um so viel über das Niveau, auf dem er sich an den gewöhnlichen Brennern zu befinden pflegt, daß sein unterer Rand von dem oberen Rande des kreisrunden Dochtes um einen Raum entfernt ist, der ungefähr dem vierten Theile des äußeren Durchmessers des Dochtes selbst gleichkommt. Man kann diese Veränderung an jeder Lampe sehr leicht anbringen lassen; denn es bedarf dazu nichts weiter, als daß man an dem Gestelle, welches den Rauchfang trägt, vier ziemlich steife stählerne Drähte in solcher Art anbringt, daß sie vier lange geradestehende Haken, in denen das untere Ende des Rauchfanges ruht, bilden. Noch besser ist es, wenn die Lampe gleich ursprünglich so gebaut wird, daß der Rauchfang