Text-Bild-Ansicht Band 78

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die Siebe selbst. Mit großer Sparsamkeit wird die chromgelb oder indigoblau gefärbte Waare erst in einer Kufe ausgewaschen und nach einiger Sättigung die Flüssigkeit wieder verwendet, oder bei leztern der Indig mittelst einer Säure niedergeschlagen, durch welches Verfahren, besonders bei Dunkelblau, manches Pfund Indig wieder gewonnen wird.

Auf die Reinigung und Conservirung der Siebe und Druktücher wird gleichfalls besondere Aufmerksamkeit verwendet.

Uebrigens versteht es sich von selbst, daß zur Vollendung der Ursachen der wohlfeilen englischen Waaren noch die leichte Communication im Lande und die leichte Versendung beiträgt.

XXI. Die Galvanoplastik oder das Verfahren cohärentes Kupfer unmittelbar aus Kupferauflösungen auf galvanischem Wege niederzuschlagen; von Dr. M. H. Jacobi.

Im Auszug aus dem zu St. Petersburg in russischer Sprache erscheinenden Journal für Manufacturen und Gewerbe. April 1840, S. 57–139.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Einleitung.

Nachdem der Verfasser in dieser, zunächst für die industriellen Classen seines zweiten Vaterlandes geschriebenen sehr ausführlichen Abhandlung den Unterschied zwischen chemischer und galvanischer Zersezung auseinandergesezt und die galvanische Reihe der Metalle ausgeführt hat, worin sich im Allgemeinen jedes folgende Metall zu dem darüber stehenden wie das Zink zum Kupfer verhält, bemerkt er, daß außer den Metallen in technischer Hinsicht besonders noch die Kohle und der Graphit (welcher leztere nur als eine Kohle von besonderer Beschaffenheit zu betrachten ist) in Bezug auf ihr galvanisches Verhalten merkwürdig sind; diese beiden Substanzen stehen noch über dem Platin, so daß eine Kette aus Graphit in Verbindung mit Zink zu den stärksten gehört, die man kennt. Es ist schwer, sich den Graphit in größeren Massen oder Platten zu verschaffen; er bildet sich gelegentlich beim Eisenschmelzen im Hohofen und findet sich im Gußeisen eingesprengt. Höchst wahrscheinlich ließe sich aber eine Art Gußeisen darstellen, worin die Kohle in größerer Menge enthalten wäre als in dem gewöhnlichen, und dadurch dem Eisen Eigenschaften ertheilte, die es in galvanischer Beziehung dem Platin ähnlich machten. Zu galvanischen Apparaten bedürfte ein solches Gußeisen keiner besondern Festigkeit, sondern müßte nur einen solchen Zusammenhalt