Text-Bild-Ansicht Band 82

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wurde unbrauchbar, nachdem einmal 3000 bis 5000 Pud Kupfer damit gewalzt waren, was die Kosten sehr steigerte.

Um diese Nachtheile zu beseitigen, schlug die Administration der Münze im Jahre 1830 vor, die Walzen in eisernen Formen zu gießen5) und das flüssige Eisen von Unten in die Form zu führen. Fig. 9 zeigt einen verticalen Durchschnitt der eisernen Form; Fig. 10 zeigt die Form von Außen nebst ihren einzelnen Theilen.

a die gußeiserne Form.

b die Form von Oben angesehen.

c Ober- und Untertheil der Form; man füllt sie mit Sand, um die Enden der Walze darin einzuformen.

d eine Oeffnung im untern Theile der Form, womit ein Canal von Lehm verbunden ist, um das flüssige Metall in die Form zu führen.

f Scheiben von Gußeisen, welche von beiden Seiten auf die Form geschraubt werden; der Durchmesser ihrer Oeffnungen ist so groß als derjenige der Walzenzapfen.

k eine der Scheiben von Oben angesehen.

l ein Modell von Holz nach der Walze geformt; um das Einformen zu erleichtern, ist einer der Zapfen zum Abnehmen gerichtet.

Wenn man das Abformen beginnt, läßt man zuerst das Modell von Holz in die Form ein, sezt die Scheiben und die Außentheile auf und richtet die Form, wenn alles durch Schrauben verbunden ist, vertical; man formt nun die Zapfen der Walze ein, indem man den Raum zwischen dem Holz und dem gußeisernen Aufsaze mit Formsand ausfüllt und einstampft. Die gußeisernen Scheiben f dienen dabei dem Sande als Boden. Hierauf nimmt man die Aufsäze zugleich mit den Scheiben von der Form ab, zieht das Modell von Holz heraus und troknet die eingeformten Enden. Nachdem die Aufsäze mit der Form wieder wie vorher verbunden worden sind, bringt man mit der Oeffnung des untern Aufsazes den Canal e von Lehm in Verbindung, und die Form ist bereit das Eisen aufzunehmen.

5)

Das Gußeisen besizt bekanntlich die Eigenschaft, durch Abschreken, indem es durch plözliches Abkühlen aus dem flüssigen Zustand schnell in den festen übergeht, dichter und härter zu werden, und diese Eigenschaft desselben wurde auch schon längst benuzt, um bei einzelnen Theilen einer Gußwaare diesen Zustand hervorzubringen; den Engländern aber gebührt das Verdienst, diese Erfahrung bei der Darstellung gegossener eiserner Walzen zuerst benuzt zu haben. Indem sie zur Gußform des Walzenkörpers einen hinreichend starken gußeisernen Cylinder anwandten, die Zapfen daran aber in der gewöhnlichen Formmasse formten, erreichten sie den Zwek, den Zapfen und dem Kern des Walzenkörpers die der Natur des zum Guß angewendeten Roheisens zukommende Festigkeit zu erhalten, während die Oberfläche des Walzenkörpers durch das Abschreken mittelst der gußeisernen Schale härter und dichter wird.

A. d. R.