Text-Bild-Ansicht Band 83

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Dagegen ist die galvanoplastische Nachbildung und Vervielfältigung gestochener Kupferplatten von entschiedenem Werth und läßt in Hinsicht auf Genauigkeit, Schärfe und Reinheit des nachgebildeten Stichs, nach dem Urtheil der competentesten Richter noch kaum etwas zu wünschen übrig. Die von gut gerathenen galvanoplastischen Gußplatten gewonnenen Abdrüke dürfen als identisch mit dem Original betrachtet werden. Diese Erfindung ist daher von um so größerer Bedeutung, weil sich gestochene Kupferplatten leicht durch den Druk abnüzen und in der Regel nur eine geringe Anzahl guter Abdrüke liefern; und der künstlerische Werth der neuen Erfindung beruht, wie man sieht, offenbar zunächst darauf, daß sie die Möglichkeit darbietet, von werthvollen Stichen eine größere Anzahl guter Abdrüke, und zwar eben deßhalb auch, um einen billigeren Preis zu erhalten, wodurch der Kunst in zweifacher Beziehung ein wesentlicher Dienst geleistet wird. Auch sind galvanoplastische Kupferblätter, wie der kreuztragende Christus nach Crespi von Felsing, galvanoplastisch nachgebildet von Dr. Böttger, bereits im Kunsthandel. (Aug. Ztg.) (Man vergl. Dr. Böttger's Verfvhreen gestochene Kupferplatten galvanoplastisch nachzubilden im polytechnischen Journal Bd. LXXXII. S. 311 und die Abbildung seines Apparats dazu Bd. LXXVIII. S. 57.)

Trennung des Goldes vom Platin.

Da nach Kemp's Versuchen die Kleesäure das Gold aus seinen Auflösungen reducirt, auf die Platinlösungen aber gar nicht wirkt, so läßt sich das Verhältniß beider Metalle in einer Legirung leicht auf die Art bestimmen, daß man sie in Königswasser auflöst, hierauf zuerst das Gold durch Kleesäure und dann das Platin durch Ameisensäure metallisch niederschlägt.

Reinigung des Weinsteins von Kalk und Kupfer.

Um den Weinstein von Kalk und Kupfer zu reinigen, bringt Duflos 24 Pfd. Krystalle weißen Weinsteins in einen durchlöcherten Porzellanhut und hängt denselben in einem Topf auf, den er mit einem Gemisch von 2 Pfd. Salzsäure und 42 Pfd. Wasser füllt, so daß die Weinsteinkrystalle mit verdünnter Salzsäure bedekt sind. Das Ganze bleibt 24 Stunden lang in gelinder Wärme stehen; er nimmt dann die Krystalle heraus, läßt sie abtropfen, wascht sie ab und troknet sie. Hr. Soubeiran hat dieses Verfahren mit dem besten Erfolg wiederholt. (Journal, de Pharmacie, Jan. 1842.)

Ueber Anfertigung geräuschlos verbrennender Zündhölzer (Berichtigung).

In der Vorschrift zur Anfertigung geräuschlos verbrennender Zündhölzer, Note 15, S. 75 des 1sten Januarhefts lese man statt Dr. Winterfeld, — Dr. Rudolph Böttger.

Nach Dr. Winterfeld ist die Anwendung des Traganths als Surrogat des arabischen Gummi's nicht zu empfehlen, weil er das Anhaften der Zündmasse an das geschwefelte Holz erschwert. Derselbe macht ferner darauf aufmerksam, daß man nach erfolgter Auflösung des Phosphors und des Salpeters in der erwärmten Zündmasse das Rühren oder Reiben bis zu ihrer vollständigen Erkaltung fortsezen muß, damit der aufgelöste Salpeter nicht durch Krystallisation die Gleichartigkeit der Masse stört.

Als Firniß, um die Reibzündhölzer gegen die Anziehung von Feuchtigkeit zu schüzen, dient folgende von Dr. Winterfeld vorgeschlagene und im Großen bewährte Harzlösung: „Man schmilzt gewöhnliches amerikanisches Harz (Colophonium) in gelinder Wärme so lange, bis der etwaige Gehalt an flüchtigem Oehl, welcher das Harz klebrig macht, durch die Hize verdampft ist, läßt erkalten und pulverisirt. Dieses Harzpulver löst man in Spiritus von mindestens 80 Proc. (nach Richter) auf, gießt durch ein leinenes Tuch und hebt diese Auflösung in verkorkten Flaschen auf. Die Lösung des Harzes erfolgt durch Umschütteln in der Kälte. Um die Zündmasse der Hölzer mit der Harzlösung zu überziehen, gießt man von lezterer in einen flachen irdenen Napf eine ¾ Zoll hohe Schichte, ergreift ein Paket von 100 Stük Hölzern, taucht solche bis an die geschwefelten Stellen ein, schwenkt das Pak leise, leicht und geschikt aus, und hat so den Ueberzug vollendet.“

D. Red.