Text-Bild-Ansicht Band 83

Bild:
<< vorherige Seite

Quantität der zur Behandlung verschiedener Beinbrüche anzuwendenden Lösung.

Schenkelbein 300 Gramme
Bein 200
Vorderarm 150
Schlüsselbein 400

Dextriniren bedeutet heutzutage einen Beinbruch mit in obiger Lösung getränkten Binden verbinden. (Moniteur industriel.)

Vermehrung des Rahms in einer gegebenen Menge Milch.

Wenn man Versuche anstellen würde, ob es nicht vortheilhaft wäre, anstatt der zinnernen oder anderer Gefäße, in welchen man die Milch aufbewahrt, Gefäße von Zink zu nehmen, würden diese Versuche wahrscheinlich sehr befriedigend ausfallen. Die in Zinkgefäßen aufbewahrte Milch gerinnt um 4 bis 5 Stunden später, als in anderen Gefäßen, wodurch sich aller Rahm abscheiden kann. Es wurden bei einem Versuche drei Gefäße von Zink, deren jedes 10 Liter Milch enthielt, mit drei anderen Gefäßen von Zinn verglichen, welche eben so viel Milch enthielten. Diese sechs Gefäße wurden Montags um 3 Uhr Nachmittags mit frisch gemolkener Milch angefüllt; am Mittwoch um 9 Uhr Morgens, als man den Rahm abnehmen wollte, fand man in den Zinngefäßen beinahe alle Milch geronnen, während in den Zinkgefäßen die Gerinnung noch kaum angefangen hatte; in den lezteren Gefäßen konnte die Milch erst um 2 Uhr Nachittags abgenommen werden; man schlug aus diesem Grunde den Rahm aus den beiderlei Gefäßen besonders; der aus den Zinngefäßen gab 1,165 Kilogr. Butter, der aus den Zinkgefäßen aber 1,650 Kilogr. Der Versuch war mit der größten Sorgfalt angestellt worden, und man fand die Butter aus dem Rahm der Zinkgefäße viel angenehmer schmekend, als die aus jenem der Zinngefäße. — (Gazette de Nice, 4. Jul. 1841.) (Aehnliche. Beobachtungen wurden früher schon in Italien gemacht. D. Red.)

Verfahren, das reine Weizenbrod von dem Brod aus Stärk- und Weizenmehl zu unterscheiden.

Nach Hrn. Chevallier läßt sich mittelst chemischer Reagentien leicht erkennen:

1) das Brod aus Mehl,

2) das Brod aus Mehl und Stärke in trokenem Zustande,

3) das Brod aus Mehl und Stärke im Kleisterzustande.

1. Verfahren. — Man nimmt drei Probegläser, bringt in jedes derselben ein würfelförmiges Stük Krume von dem zu prüfenden Brod und schüttet frisch bereitetes Jodwasser darüber. Es wird nun 1) dieses Wasser, auf Weizenmehlbrod geschüttet, das Brod blau färben, seine eigene Farbe aber nicht verändern, sondern gelb bleiben, selbst nach 20 Minuten langer Berührung; 2) derselbe Fall eintreten, wenn das Brod aus 90 Th. Mehl und 10 Th. trokenem Stärkmehl bereitet ist; 3) das aus 90 Th. Mehl und 10 Th. Stärke in Kleisterform bereitete Brod aber sich in Berührung mit dem Jodwasser blau färben, und diese Flüssigkeit selbst nach und nach lilas und dann violett werden.

2. Verfahren. — Man nimmt 10 Gramme der zu analysirenden Brodkrume, reibt sie nach der Zertheilung mit 624 Decigrammen (1/16 Liter) Wasser in einer Reibschale ab und bringt sie wohl zerrieben mit der Flüssigkeit auf ein Filter. Man sezt nun zu 31 Gram. 25 Centigr. (1/32 Liter) der siltrirten Flüssigkeit eine gleiche Quantität frisch bereiteten Jodwassers. Hat man es mit Brod aus Weizenmehl zu thun, so entsteht eine röthliche Färbung, welche nach 8 bis 10 Minuten wieder verschwindet. Bei solchem aus 90 Th. Mehl und 10 Th. trokener Stärke entwikelt sich eine ins Violette spielende blaue Färbung, die in 10 bis 12 Minuten verschwindet. Wenn endlich das Brod aus besagten Mengen Mehls und Stärke, leztere aber im Hydratzustand als Kleister bereitet wurde, so erhält man eine schöne blaue Färbung, welche 20 bis 40 Minuten zum Verschwinden bedarf. (Echo du monde savant, 1842, No. 693.)